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Burg bei Siferling
- Meilen- und Gewichtssteine - Erste Erwähnung - Mammut Stoßzahn

Die Burg bei Siferling

Im Jahre 1865 entdeckte der Münchner Lehrer A. Hartmann auf dem östlich von Siferling gelegenen Buchberg einen Ringwall, über den er 1868 anlässlich einer Monatssitzung des Historischen Vereins von Oberbayern berichtete. Noch im gleichen Jahr teilte er seine Beobachtung dem kgl. Major K. Popp mit, der daraufhin die Örtlichkeit aufsuchte und sie 1872/73 im 32. Bande des Oberbayer. Archivs für vaterländische Geschichte als keltischen Wehr- und Kultplatz klassifizierte. Seither ist es um dieses eindrucksvolle Geschichtsdenkmal still geworden.

Plan des Burgstalles bei Siferling Das Erdwerk liegt auf einer von Südwesten nach Nordosten gerichteten Moräneninsel, die rund 30 m Höhe erreicht. Die Hänge sind im Süden, Westen und Norden mäßig, im Osten kräftig bis steil geneigt. Das flach gewölbte Plateau hat die Form einer gedrungenen Ellipse mit etwa 130 m Durchmesser in südwest- nordöstlicher und etwa 115 m Durchmesser in nordwest-südöstlicher Richtung. Der nutzbare Raum beläuft sich auf knapp 1,1 ha. Gliederung und Aufbau der Wallanlagen sind im Süden, Westen und Norden einheitlich, die etwas andersartigen Verhältnisse an der Ostseite gehen auf den hier wesentlich steiler einfallenden Hang zurück.

Vom Buchberg liegt seit 1963 eine tausendteilige archäologisch-topographische Aufmessung und seit 1872 ein von Popp gefertigter Plan im Flurkartenmaßstab vor. Letzterer ist zwar mit allerlei Ungenauigkeiten und anderen Mängeln behaftet, er vermittelt jedoch in wesentlich anschaulicherer Weise als der moderne Plan das Bauschema der Anlage; denn als Popp das Denkmal aufnahm, lag es in schützenden Waldungen und seine einzelnen Befestigungselemente waren noch wesentlich besser erhalten als heute nach dem Kahlschlag des Berges und nach erfolgter Stocksprengung.

Das Plateau trägt, was Popp entging, an der nördlichen Stirnseite ein kurzes verflachtes Wallsegment, die übrigen Teile sind unbefestigt. Die Kuppe wurde rundum künstlich abgesteilt, wobei sich Böschungshöhen zwischen 1,5 und 3,9 m ergaben. Der den Rampenfuß säumende Graben ist an der Ostseite in den Steilhang eingetieft und wird von einem Außenwall abgefangen; in den anderen Abschnitten, in denen der begleitende Wall fehlt, haben sich von dem Graben nur geringe Reste erhalten. Im Süden, Westen und Norden schließt sich eine nach außen leicht abfallende Berme an, deren Breite sich auf 15 - 20 m beläuft. Ihren Randpartien war der Ringwall aufgesetzt, der noch zu Popps Zeiten in ansehnlicher Höhe anstand. Im Norden und Westen zeigt er sich heute mit niedriger, sekundär veränderter Innen- und hoher Außenböschung, in den übrigen Teilen als Steilstufe, deren Höhe von der Sohle eines vorgelegten Grabens bis zu 4 m und darüber erreicht.


Die beiden Meilen- und der Gewichtsstein von Söchtenau
Einer wurde errichtet im Jahre 201, er bekundet die Ausbesserung eines Abschnittes der Straße von Pons Aeni (Pfaffenhofen) nach Bedaium (Seebruck). Einen weiteren Meilenstein aus der selben Zeit entdeckte man als Pfeiler für den Steg über den Bach. Dieser wurde zeitweise auch als Weihwasserbecken verwendet.

Ein Gewichtsstein wurde 1941 neben der Kirche gefunden.


Erste Urkundliche Erwähnung

In Jahre 924 fand zu Rohrdorf (südl. v. Rosenheim) zwischen der edlen Frau Rihni und dem Erzstift Salzburg eine derart Verhandlung statt, daß Rihni ihren ganzen Besitz zu Seeon anerhält und unter anderem folgende Kirchen und Höfe: Wang - Reit - Schnaitsee - Stephanskirchen - Tötzham - Schönberg - Eiselfing - und Pabensham samt allen Zubehör und überdies noch den Drittelzehnt von folgenden neun Korchen: Sechtenau, Prutting, Schwabering, Straßkirchen, Endorf, Antwort, Piezing, Selhuben und Neunkirchen. Genannte edle Frau Rihni war die Frau Adalberts, bevor er in den geistlichen Stand übertrat und die Mutter der gräflichen Brüder Diotmar und Pernhard, die wiederholt in Urkunden als Söhne Adalberts genannt werden. Die Urkunde von 924 ist von altershehr durchstrichen und der Vertrag wurde 927 in Salzburg erneuert, denn der Erzbischof schloß 924 einer sehr ungleichen Tausch, er erhielt ja nur Seeon für schon genannte Orte und Kirchen. Die Ursache des ungleichen Tausches war, daß Adalbert den erzbischöflichen Stuhl bestiegen hatte, Herzog Rudolf aber auf sein vom König verliehenes Recht der freien Besetzung der Bistümer seines Landes nicht verzichten wollte. Adalbert erwirkte sich also durch diesen, für den Herzog günstigen Vertrag, dessen Anerkennung; nachdem aber die Ungarngefahr von 926 beseitigt war, wurde der erste Vertrag von 924 am 1. April 927 zu Salzburg nochmals erneuert, in dem er inhaltlich wesentlich verändert und in eine für den Erzbischof günstigere Form umgewandelt worden war. 


Mammut-Stosszahn

Zur Zeit der kilometerdicken Vergletscherung der Voralpen lebte das Mammut. Das Mammut ist eine ausgestorbene Elefantenart mit mächtigen, nach oben gebogenen Stoßzähnen und langhaarigem Pelz, einer Höhe von ca. 4,00 Meter und einem Gewicht von 8 bis 9 Tonnen. Ein Tier dieser Größe musste pro Tag ca. 500 kg pflanzliche Nahrung zu sich nehmen.

Gelegentlich werden in Kiesgruben die haltbarsten Resten - die Stoßzähne gefunden. Dieser Stoßzahn wurde 1989 in der Kiesgrube der Fam. Obinger in Söchtenau gefunden. Er gehört zu einem Steppenmammut (Mammutus trogontherii). Meistens überstehen solche Stoßzahnfunde die Bergung nicht, da sich im Laufe der Jahre im Boden die organischen Bindemittel zersetzen. Dieser Umstand führt bei unsachgemäßer Lagerung zum zerfallen der Stoßzähne in kleine Bruchstücke.

Aus Literaturquellen ist bekannt, dass die Bruchstücke von Mammutstoßzähnen während des Mittelalters zermahlen und als das echte "Einhorn" lateinisch "Fossile unicorne" verkauft wurden. Man sagte dem fein geriebenen Pülverchen in Mythen und Legenden magische Fähigkeiten ja sogar eine unwahrscheinliche Steigerung der Liebeskraft nach.

Die einzelnen Bruchstücke dieses Stoßzahnes aus Söchtenau wurden im Labor des MAMMUTEUMS über mehrere Jahre in mühevollen Schritten präpariert und wieder zusammengesetzt. So war es möglich diesen ca. 80 kg schweren Fund als Gesamtstück zu retten und der Nachwelt zu erhalten. Selbst nach Abschluss der Präparationsarbeiten konnten in den folgenden Jahren Veränderungen durch Temperatur und Feuchtigkeitsschwankungen im Inneren des Stoßzahnes festgestellt werden.

 

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Stand: 26. September 2002