derChiemgauer.de

Sehenswertes in Inzell
zurück nach Inzell

Verkehrsamt - Gletschergarten - Winterliches - Eisschnelllaufzentrum - Michaeli Ritt - St.Nikolaus - Chiemgauer Sprache -
Pfarrkirche - Liebfrauenkirche - Ev.Christuskirche

Verkehrsamt Inzell
VerkehrsamtRathaus mit Haus des Gastes. Alles unter einem Dach, dachten wir Inzeller uns, und erbauten das Rathaus für die Einheimischen und ein Haus für unsere Gäste in der Mitte unseres Dorfes als eine großzügige Einheit. Zwei Drittel aller Räumlichkeiten dieser Anlage sind Einrichtungen für unsere Feriengäste.

Im Erdeschoss: Zwei Leseräume mit Tageszeitungen, Lesezirkel für Erwachsene/Kinder und Büchern. Das Spielzimmer und der Quaxi - Treff für unsere kleinen Gäste. Saal „Niederachen" mit 140 Sitzplätzen in Stuhlreihen, für Diavorträge, Videofilmvorführungen und Fernsehübertragungen, Konzerte, Ausstellungen und sonstige kulturelle Veranstaltungen. Hierher lädt die Gemeinde auch ihre langjährigen Stammgäste ein, um sie für ihre Treue und Verbundenheit zu Inzell mit einem kleinen Geschenk und einer Anstecknadel zu ehren Touristikbüro und Meldestelle mit Zimmervermittlung und Reiseleitung. Hier können Sie sich im Kartenvorverkauf Ihren Platz für Theater- und Konzertveranstaltungen sichern, bekommen die Teilnahmekarten zum Ferien-Sportprogramm oder zum Suchspiel für Inzeller Feriengäste, können sich zu  Ausflugsfahrten anmelden oder Zugauskünfte einholen und die Platzreservierung für Ihre Heimreise mit der Bahn buchen.

Haus des Gastes Schließfächer zur Gepäckaufbewahrung und ein Telefon befinden sich an der Außenwand vor dem nördlichen Eingang. Bitte beachten Sie unseren Plakat- und Informationsaushang im Erdgeschoss. Kurzfristige Änderungen oder Absagen von Veranstaltungen werden hier bekannt gemacht.

Im Untergeschoss: Tischtennisraum, Spielbetrieb Montag bis Freitag. Schläger und Bälle bekommen Sie gegen Einsatzgebühr im Touristikbüro. Gemeindebücherei mit über zehntausend Bänden, Benutzung mit Kurkarte und Personalausweis kostenfrei. Die Öffnungszeiten: Mo., Mi. und Fr. von 16.00 bis 18.00 Uhr (außer an Feiertagen). Öffentliche Toiletten, dazu behindertengerechtes WC und Babywickeltisch gleich neben dem Personenlift, täglich von 8.00 — 18.00 Uhr zugänglich.

Erstes Obergeschoss: Fundbüro in den Verwaltungsräumen der Gemeinde, Zimmer 11. Geöffnet Montag bis Freitag 8— 12 Uhr, Dienstag 14—16 Uhr, Donnerstag 14— 18 Uhr.


Zweigbüro am Busbahnhof: Zusätzlich zum Büro im Haus des Gastes, bieten wir unsere Dienste ebenso im Zweigbüro am Busbahnhof an. Bitte beachten Sie hier die Öffnungszeiten auch am Samstag und an Sonn- und Feiertagen während der Saisonmonate. Sie sind im Veranstaltungsprogramm ausgedruckt. Die Toiletten im Gebäude sind während der Dienstzeiten zugänglich. Zudem finden Sie hier Schließfächer für Ihr Reisegepäck und zwei Telefonzellen.


Naturdenkmal Gletschergarten

Zu den ältesten Schauobjekten lnzells gehören die prachtvoll erhaltenen eiszeitlichen Felsformen des Gletschergartens südlich von Zwing an der Deutschen Alpenstraße (kostenfreier Parkplatz). Beim Bau dieser Straße in den Jahren 1934 - 36 wurde er erschlossen und zugänglich gemacht. Der Inzeller Gletschergarten wird als Naturdenkmal aus der Würmeiszeit eingestuft und ist ein geologisches Schaustück ersten Ranges, das in den Ostalpen nicht Riesentöpfe am Gletschergarten seinesgleichen hat. In der Eiszeit wälzte sich der riesige Saalachgletscher vom österreichischen Zell am See über Lofer nach Bad Reichenhall und verband sich mit dem Salzachgletscher. Ein Seitenarm schob sich bei Schneizlreuth ins Weißbachtal vor und floss hinaus bis ins Becken von lnzells, wo sich beim Gasthof „Schwarzberg" und im Ortsteil „Gschwall" seine Endmoränenkränze vorfinden. Welche Kraft der Schmelzwasserstrom dieser Gletscherzunge mit an die 500 m dicken Eismassen besaß, kann man sich gut vorstellen, wenn man die wildromantische Weißbachschlucht durchwandert. Was der Beschauer im Inzeller Gletschergarten vor sich sieht, ist ein Stück felsiger Gletschergrund, der seit seiner Entstehung während der Würm-Hocheiszeit die ganze Nacheiszeit hindurch bis heute völlig unverändert erhalten blieb. Die Gestalt und Anordnunq der verschiedenen Formen von Eisschurf und Eisschliff kann auch der Laie sofort erkennen. Die mächtige Eiseinwirkung auf dem felsigen Untergrund hat mehrere übereinanderliegende Terrassen aufgebaut mit den unterschiedlichsten Einzelformen wie Muschelbrüche, Rundhöcker, vom Wassersturz ausgekolkte Kaskaden und große, nischenartige Wannen, die Gletscherriesentöpfe. Die wohl interessanteste Erscheinung im Inzeller Gletschergarten, die Riesentöpfe, entstanden durch sogenannte „Gletschermühlen". Das Schmelzwasser stürzte durch die Gletscherspalten bis auf den felsigen Boden und wurde von dort als Wasserstrudel wieder hinaufgeworfen. Das Wasser nahm dabei kleinere Rollsteine und Sand als „Mahlmaterial" zu Hilfe und höhlte den Felsen aus. Zu Fuß erreicht man den Gletschergarten auf dem Wanderweg Nr. 12, über den Soleleitungsweg nach Weißbach.


Winterliches Inzell

LanglaufenLoipen & Skiwanderwege: Skiwandern wird in Inzell besonders groß geschrieben. Die Loipen rund um den Ort lassen keine Wünsche offen. Fünf bestens präparierte Skiwander- und Langlaufstrecken auf flachem oder anspruchsvollem Gelände, stehen für den „gesündesten Ausgleichssport" im Winter, kostenlos zur Verfügung.

  Maschinell gepflegte Doppelspuren:
Nr. 1 Wildenmoos, hinter dem Kienbergl, sehr schneesicher. Einstieg hinter dem Parkplatz Schmelz. Rundstrecke 3,0 km.
Nr. 2 Salinenweg, im westlichen Ortsbereich. Einstieg Parkplatz Gasthof Neimoar oder Gasthof Schwarzberg. Rundstrecke 6,5 km lang. Verbindung mit Nr. 4 an der Schmelzer Straße. Bei Gschwend Anbindung an den Skiwanderweg nach Ruhpolding (7 km).
Nr. 3 Breitmoos, Einsiedl, im östlichen Talbereich. Einstieg am Weg um den Falkenstein und am Eisstadion (Parkplatz) Rundstrecke 7,0 km. Verbindung mit Nr. 5 im Ortsteil Sterr.
Nr. 4 Sulzbach, im südwestlichen Talbereich. Einstieg Cafe Fischer, Sulzbacher Straße (Parkplatz). Rundstrecke 4,0 km. Verbindung mit Nr. 2 an der Schmelzer Straße.
Nr. 5 Teisenberg, im nordöstlichen Talbereich, am Fuß des Teisenbergs. Einstieg am Badepark (Parkplatz). Rundstrecke 5,5 km. Verbindung mit Nr. 3 im Ortsteil Sterr.
Naturrodelbahn in AdlgaßStreckenführungen sind markiert. An den empfohlenen Einstiegen sind Übersichtstafeln. Die Loipe Nr. 2 ist mit dem Ruhpoldinger Skiwandergebiet verbunden und ist Start der Chiemgau-Marathonloipe nach Reit im Winkl. Gesamtstrecke einfach ca. 30 km. Zwischen Reit im Winkl, Ruhpolding und Inzell verkehren Regionalbusse (RVO). Den aktuellen Inzeller Loipenführer bekommen Sie in unseren beiden Büros.

Wichtiger Hinweis: Im Skiwandergebiet Reit im Winkl wird ab Seegatterl für alle Skiwanderer aus der Umgebung eine Loipenpräparierungsgebühr erhoben. Wenn Sie im Reit im Winkler Loipengebiet skiwandern wollen, können Sie in unseren Büros auf Ihre Kurkarte eine Ermäßigungskarte erwerben.

Skiabfahrten und Lifte: Die leichten bis mittelschweren Skihänge von Inzell eignen sich ideal zum Üben und werden deshalb besonders von Anfängern und Familien mit Kindern gerne befahren. Es gibt zwei Liftanlagen:
Den Schlepplift (600 m Länge) und den Skimuli am Schürzbichl an der Froschsee-Straße.
Die Lifte sind auch mit dem Ortslinienbus in 5 Minuten zu erreichen. Es gibt Tages- und Halbtageskarten, Punktekarten und ermäßigte Kinderkarten und zum Teil Gruppenkarten.
Für rasante Fahrer das weiträumige Skigebiet Winklmoos-Alm. Zu der Skiregion gibt es von Inzell aus regelmäßige Busverbindungen (RVO).

Ski- und Snowboardschule - Skikurse: Ski-Anfänger verlieren schnell ihre Ängste, wenn sie sich der Inzeller Ski- und Langlaufschule anvertrauen. Und damit‘s auch Spaß macht, wird dort Kindern und Erwachsenen nicht nur die richtige Technik gelehrt, sondern auch die Geselligkeit gepflegt. Die Lehrkurse sind in Gruppen für Anfänger und Fortgeschrittene unterteilt und werden unter Leitung staatlich Eisstockschießen geprüfter Skilehrer durchgeführt. In unseren beiden Büros gibt es detaillierte Informationen über Kursdauer und -gebühren der Inzeller Skischule. Ihre Anmeldung zu den Kursen erledigen Sie direkt in der Skischule.

Rodeln, 600 Meter bergab: Mit Recht wird die Inzeller Naturrodelbahn als eine der schönsten und schneesichersten im Chiemgau bezeichnet. Sie liegt zwischen dem Gasthof „Forsthaus Adlgaß" und dem 924 m hoch gelegenen Frillensee. Im Veranstaltungsprogramm sind die Tage angegeben, an denen abends das Flutlicht eingeschaltet ist. Zum Ausgangspunkt der Rodelabfahrt kommen Sie nur zu Fuß. Ihr Auto parken Sie auf dem großen Parkplatz unterhalb vom Forsthaus Adlgaß. Hier hält auch die Ortsbuslinie. Wer seinen eigenen Schlitten nicht mit hat, kann sich einen ausleihen.

Eislaufen und Eisstockschießen im Stadion der Weltrekorde: Unabhängig von viel oder weniger Schnee, ist der Betrieb im Inzeller Eisstadion — bekannt von zahlreichen Sportveranstaltungen und Fernsehübertragungen. Ein Teil der Eisflächen steht dem Publikumslauf offen, an jedem Dienstag und Donnerstag in der Woche sogar bis um 21.30 Uhr. Und gleichfalls an diesen beiden Tagen ist die 400 Meter lange Rennlaufstrecke, sonst der Eisschnelllaufelite aus aller Welt vorbehalten, auch für die Allgemeinheit freigegeben. Schlittschuhe können Sie sich im Stadion ausleihen.
Den Eisstockschützen steht für ihren Mannschaftssport ein Teil des Eishockeyfeldes zur Verfügung, auf dem sonst der DEC Frillensee seine Heimspiele bestreitet. Es sind ausreichend Bahnen vorhanden, wenn sich eine Gästegruppe zusammenfindet. An der Stadionkasse werden Eisstöcke verliehen.

PferdeschlittenfahrtAnfänger lernen kostenlos Eisstockschießen: Einen Gratisservice bieten wir Ihnen, wenn Sie sich gerne einmal beim Eisstockschießen versuchen wollen. In zweistündigen Kursen werden Sie von einem erfahrenen Eisschützen mit dieser Sportart vertraut gemacht. Die Tage und Beginnzeiten sind im Veranstaltungsprogramm ausgedruckt.

5O Kilometer geräumte Winterwanderwege: In Inzell macht die Wandersaison auch im Winter keine Pause. Spaziergänge in der bräunenden Wintersonne, vor sich die herrliche Kulisse der verschneiten Berggipfel, versprechen ein „aussichtsreiches" Erlebnis im Schnee. Wer die Inzeller Winterwelt lieber in Gesellschaft entdeckt, kann sich den geführten Wanderungen anschließen. Sie werden im Veranstaltungskalender zweimal wöchentlich angeboten.

Für Junge und Junggebliebene: „Fit durch Ferien" im Winter! Für das Feriensportprogramm im Winter stehen folgende Sportarten zur Auswahl: Eislaufen, Eisstockschießen, Skilanglauf, Loipenwandern, Teilnahme am Ski- oder Langlaufkurs, Wandern, Luftgewehrschiessen, Rodeln oder Schwimmen.


Eisschnelllaufzentrum Inzell

Eisstadion InzellIm Jahr 1965 wurde das Inzeller Stadion Bundesleistungszentrum für Eis- und Rollschnelllauf. Seitdem ist das 400 Meter Kunsteisoval Trainings- und Wettkampf-Zentrum der Eisschnelllaufelite aus aller Welt. Der Weg bis dorthin aber führte über den 924 Meter hoch gelegenen Frillensee oberhalb vom Forsthaus Adlgaß.
Im Herbst, nach den ersten Frostnächten, wächst bereits das Eis des Frillensees, so dass er schon im November eine 8 bis 10 Zentimeter dicke, geschlossene Eisdecke hat. Dieses „ Naturwunder" überzeugte den Deutschen Eissportverband, als er im November 1959 auf der Suche nach einem neuen Trainings- und Weltkampfzentrum für Eisschnellläufer war.

Schon Anfang Dezember1959 fand der erste Lehrgang für Eisschnelllauftalente statt. Bayerische und Deutsche, sowie internationale Meisterschaften wurden in den folgenden Jahren auf dem Frillensee ausgetragen. Auch die Eisschützen organisierten Trainings- und Wettkampfveranstaltungen. Am 26. November 1960  wurde der Weltrekord im Weitschießen mit 204,5 m erzielt.

Wegen der harten winterlichen Bedingungen erwies sich jedoch der Frillensee als Trainings- und Austragungsort auf die Dauer nicht als hinnehmbar. Die oft tagelang anhaltenden Schneefälle, mit über Nacht bis zu 1 Meter Neuschnee auf dem Eis, verlangten den Eisarbeitern und Organisatoren Schwerstarbeit ab. Unter primitivsten Umständen und mit nur bescheidenen technischen Mitteln wurde rund um die Uhr Tag und Nacht gearbeitet, um die vom Eissportverband geforderten Bedingungen zu erfüllen. Man hielt deshalb Ausschau nach einem geeigneten Gelände im Tal. Mit der Deutschen Meisterschaft am 26. und 27. Januar 1963 wurde die „Ära Frillensee" schließlich beendet.

Zuschauer im EisstadionDas Inzeller Eisstadion: Als geeigneter Ersatz für den Frillensee bot sich zur Anlage eines Natureisstadions das Gelände am Zwingsee an. Es entstand eine 400-Meter Bahn mit Eishockeyfeld und das Haus des Sports mit Unterkunft und Restaurationsbetrieb. Die offizielle Eröffnung fand im Dezember 1963 statt.

Aufstieg zum Eisschnelllauf-Mekka: Zwei Winter war die Natureisanlage in Betrieb, als es im Jahr 1965 finanziell möglich wurde, die Bahn auf Kunsteis umzustellen. Innerhalb eines Jahres hatte man alle Eislaufflächen auf Kunsteisbereitung umgebaut und das Haus des Sports mit jetzt 40 Betten wurde um das Doppelte erweitert. Später kamen noch Umkleide- und Sanitärräume und ein Raum für das Krafttraining hinzu. An der Kurventribüne wurde eine Windschutzanlage errichtet.

Sehr rasch entwickelte sich das Bundesleistungszentrum in Inzell zum international begehrten Trainingsplatz. Schon im Oktober kommen Eisschnellläufer von bis zu acht Nationen, zu teilweise mehrwöchigen Aufenthalten nach Inzell. Im Haus des Sports hat man sich zum Beispiel voll auf die chinesische Küche spezialisiert. Die dafür notwendigen Lebensmittel werden direkt von einem chinesischen Großhändler aus München bezogen.

Durch die Wiedervereinigung erlangte der Eisschnelllaufsport in Deutschland einen neuen Stellenwert. Nachdem Inzell als Austragungsort der Weltmeisterschaft 1996 für Damen und Herren nominiert war, und nicht zuletzt auch wegen der hervorragenden internationalen Erfolge der gesamtdeutschen Mannschaft, bekam die Gemeinde die schon lange Zeit erbetene Finanzierungszusage von Bund und Land für den Bau der jetzt dringend notwendig gewordenen Sporthalle. In der Rekordzeit von nur sieben Monaten wurde das Gebäude im Jahr 1995 fertiggestellt und am 9. Dezember seiner Bestimmung übergeben.

Stadion der Weltrekorde: Dank der technischen Qualität zählt die Kunsteisbahn in Inzell zu einer der schnellsten der Welt und hat unzählige Meistertitel in allen Leistungs- und Nachwuchsklassen, Deutsche Rekorde und seit 1966: 83 Weltrekorde ermöglicht.
Um solche Bahnrekorde zuzulassen, ist das Wissen um die optimalste Eisbereitung notwendig. Wie gut die Inzeller Eismeister diese Kunst beherrschen, beweisen sie nicht nur im heimischen Stadion. Ihre Erfahrungen sind deshalb auch bei Veranstaltungen Olympischer Winterspiele und anderen internationalen Eisschnelllauf-Wettkämpfen weltweit gefragt.

Inzeller Eisstadion und Eisschnellläufer mit Weltruf: Wenn die Elite des Eisschnelllaufsports in Inzell zu Gast ist, dann sind den Zuschauern spannende Wettkämpfe garantiert. Denn der Ort kann mit der schnellsten Freiluftbahn der Welt aufwarten. Kein Wunder also, wenn zu den alljährlichen Weltcupveranstaltungen und den Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften immer wieder neue Rekordzeiten aufgestellt werden. Neben den deutschen  Kader-Mannschaften wird das Bundesleistungszentrum Inzell auch von zahlreichen ausländischen Teams als Trainingsstätte benutzt, so dass sich, vor allem im Oktober und November oft Hunderte von Eisläufern dort tummeln. Doch nicht nur das Inzeller Eis bürgt für Qualität. Auch etliche Sportler aus den Reihen des DEC Frillensee, der 1961 gegründet wurde, sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Allen Sportfans sind dabei sicher noch die Olympiasiege von Erhard Keller 1968 und 1972 sowie von Monika Holzner-Gawenus (1972) in guter Erinnerung. Zu dieser Zeit noch gar nicht geboren war eine Inzellerin, die inzwischen in die Fußstapfen der Stars von gestern geschlüpft ist. Anni Friesinger, Jahrgang 1977, sorgt seit einigen Jahren für herausragende Leistungen. Mit dem Gewinn des Weltmeistertitels über 1500 m und einem sagenhaften Weltrekord von 1:56,95 min, hat die Sportsoldatin ihre bisher so erfolgreiche Karriere gekrönt, in der sie schon in jungen Jahren etliche Medaillen gesammelt hat. Junioren-Weltrneisterin 1996, zweifache Vizeweltmeisterin über 1500 m und 3000 m 1997, deutsche Meisterin, Vizeeuropameisterin, WM-Dritte im Mehrkampf und Bronze über 3000 m bei ihrem ersten Olympiaauftritt in Nagano 1998 sind die Erfolge, die Anni mit 21 Jahren schon vorweisen kann. Mit Uwe Tonat besitzt der DEC Frillensee auch bei den Herren einen Athleten, der mit der Weltspitze mithalten kann. Konkurrenz erwächst den beiden Aushängeschildern übrigens demnächst auch aus den eigenen Reihen, denn der Inzeller Eisschnelllauf-Nachwuchs ist bei deutschen und internationalen Meisterschaften oft auf dem Siegerpodest zu finden.

Eisschnellauf Wettkampf
Erfolge von DEC- Sportlern:
1968 Erhard Keller, Olympiasieger 500 m in Grenoble
1971 Erhard Keller, Sprint-Weltmeister in Inzell
1972 Erhard Keller, Olympiasieger 500 rn
         Monika Pflug, Olympiasiegerin 500 m in Sapporo Sprint-Weltmeisterin in Eskilstuna
1994 Anni Friesinger, Vize-Junioren-Weltmeisterin
1995 Anni Friesinger, Vize-Junioren-Weltmeisterin
1996 Anni Friesinger, Junioren-Weltmeisterin
1998 Anni Friesinger, Vize-Europameisterin
                                  Bronze-Medaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Nagano
                                  Bronzemedalliengewinnerin der Mehrkampf-WM in Heerenveen
                                  Bronzemedaillengewinnerin bei der Einzelstrecken-WM in Calgary 3000 m
                                  Weltmeisterin 1500 m und Weltrekord (1:56,95 mm)
1999 Anni Friesinger, 1. Weltcup-Sieg über 1500 m am 21. November in Heerenveen

EisspeedwayEis-Speedway im Inzeller Eisstadion / 1966... Die Landesgruppe Südbayern e.V. im Deutschen Motorsportverband veranstaltete erstmals in Westeuropa ein internationales Eis-Speedwayrennen auf der Kunsteisbahn im Ludwig-Schwabl Stadion in Inzell. Die Begeisterung der damaligen Zuschauer war groß, so dass der Weltverband FIM den Veranstalter 1967 mit der Durchführung eines Weltmeisterschaftslaufes beauftragte. Schon im Jahr 1969 konnte in Inzell das erste Finale im Einzelwettbewerb stattfinden. In der Folge fanden jährlich Weltmeisterschaftsläufe statt; darunter 6 Finale in der Einzel-, 3 Finale in der Team-Weltmeisterschaft und 5 Grand Prix.

Spricht man vom Eisspeedway, so spricht man von Inzell und so ist es nicht verwunderlich, dass Inzell als das „Mekka" des Eis-Speedwaysports weltweit bekannt ist.
Jährlich besuchen bis zu 20.000 Zuschauer diese wohl einzigartige Veranstaltung. Unvergessen ist der fünffache Weltmeister, der Russe Gabtrahman Kadyrov. 1983 gelang es den Fahrern aus Deutschland mit Helmut Weber und Max Niedermaier die Team-Weltmeisterschaft zu erringen. Michael Lang konnte 1991 und 1993 den dritten Platz in der Einzelwertung belegen. Eine Leistung, wenn man bedenkt, dass den Russen 4.000 Eisspeedway-Fahrer zur Verfügung stehen, wogegen nur sechs Fahrer aus der Bundesrepublik Deutschland kommen.


Michaeli - Ritt

FestgespannJährlich am vierten Septembersonntag, findet in Inzell der traditionelle «Michaeli-Ritt» statt. Seinen Ursprung hat dieser Pferdeumritt in der Tradition der Leonhardi-Ritte, wie sie im oberbayerischen Raum vielerort abgehalten werden. St.Leonhard gilt als der Beschützer der Tiere, vor allem der Pferde. Ihm zu Ehren wurden schon in frühester Zeit Dank- und Bittwallfahrten veranstaltet. Bevor die Maschinentechnik den Bauern die schwere Arbeit erleichterte, waren Pferde ihre treuesten Helfer. Also zog man mit ihnen gemeinsam durch die Flure, um die besondere Gunst des Hl. Leonhard für die  Pferde zu erbitten. Im Jahr 1926 berichtet das Traunsteiner Wochenblatt über einen solchen Umritt in Inzell unter anderem: "Am Morgen des Leonharditages (6. November) wurde um 8 Uhr der Gottesdienst in der Pfarrkirche St.Michael besucht. Anschließend setzte sich der Zug in Richtung Zwing in Bewegung. Auf der Anhöhe von Niederachen erreichte man die Muttergotteskirche. Dort erhielten die 83 Pferde den kirchlichen Segen, ebenso die zahlreichen Gläubigen, die den Umzug betend begleiteten".

Der Zeitpunkt für den spätherbstlichen Umritt erwies sich wegen des häufig kalten Wetters als recht ungeeignet. Manchmal musste man sich den Weg durch hohen Schnee bahnen. So wählte man in späteren Jahren dafür den Namenstag des Heiligen Michael, dem Schutzpatron der Inzeller Pfarrkirche. Zugleich war der Michaelitag ein Bauernfeiertag mit Markttreiben. Als dieser Feiertag 1950 abgeschafft wurde, fand auch der Ritt nicht mehr statt. Mit Geschmücktes Pferd zunehmender Motorisierung ging außerdem der Pferdebestand in den Inzeller Bauernanwesen stark zurück. Das änderte sich erst wieder in den 80iger Jahren. Immer mehr Pferdeliebhaber stellten sich ein Pferd in den Stall und in bäuerlichen Kreisen dachte man über den Wert des Pferdes für eine Reihe von Arbeiten nach. Insbesondere für die Holzarbeiten im Bergwald werden wieder bevorzugt Pferde eingesetzt, um den Waldboden zu schonen und ihn nicht mit schweren Lastwagen zu durchfurchen. Mit der Wiedereinstellung der Pferde in den bäuerlichen Betrieben ließen die Inzeller auch den Michaeli-Ritt neu aufleben. Für seine Durchführung einigte man sich auf den letzten Sonntag im September. Nach vierzigjähriger Unterbrechung fand im Jahr 1990 wieder ein Ritt statt. Seitdem nehmen von Jahr zu Jahr immer mehr Pferdefreunde daran teil, zuletzt zählte man über 200 Pferde. Tausende von Zuschauern säumen den Weg des Festzugs und bewundern die prächtig geschmückten Pferde und Fuhrgespanne.

Brauchtums- und Handwerkermarkt Nach dem Umritt treffen sich die Pferdefreunde zur Brotzeit auf dem Festplatz am Badepark, wo die Musikkapelle Inzell für einen stimmungsvollen Ausklang des Festtages sorgt. Auch an die Tradition des Michaelimarkts knüpfte man wieder an: Ein Brauchtumsmarkt in der Dorfmitte zeigt alpenländische Handwerkskunst und bietet Schmackhaftes aus regionaler Produktion an. Gleichzeitig haben an diesem Tag die Inzeller Geschäfte geöffnet und laden zum Einkaufsbummel in den Ort. Schüler der Musikschule Inzell, unter der Leitung von Hansl Auer, erfreuen die Besucher mit ihren Weisen.


St.Nikolaus im Oberland

St.NikolausIn ländlicher Idylle beim Einsiedlhof gelegen, ist dieses älteste Kirchlein von Inzell in 45 Minuten Fußweg zu erreichen. Das Langhaus stammt im Kern noch aus der Zeit um 1200. Der spätgotische Chor gehört in die zweite Hälfte des 15.Jahrhunderts. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert und 1866/67 in gotischen Formen erneuert. Beachtenswert sind die St. Nikolausfigur und die drei Reliefhalbfiguren Christus zwischen Maria und Josef um 1500 sowie die beiden Figuren St. Stephanus und St. Laurentius aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Die bedeutendste Darstellung ist der „ Lebensbaum" über dem Aufgang vom Chorraum und dürfte aus der Zeit um 1350/1400 stammen. Das Glasgemälde wird der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zugerechnet und stammt aus dem Salzburgischen. Die Schnitzereien des Gnadenstuhls von Georg Hinterseer aus Ruhpolding und die Flügelgemälde von Georg Gschwendner aus Karlstein bei Bad Reichenhall, stammen aus den Jahren nach 1940.


Pfarrkirche St.Michael

Im Ortszentrum von Inzell. Nach einem Brand im Jahr 1724 wurde an der Stelle der mittelalterlichen Michaelskirche eine weiträumige Barockkirche aufgebaut. Der Baumeister ist archivarisch nicht überliefert. Bauform und Raumgestaltung werden dem Salzburger Hofmaurermeister Tobias Kendler zugeordnet, die Stuckarbeiten Joh. M. Vierthaler aus dem Innviertel. Trotz des reichen Barockschmuckes überrascht das Innere der Kirche durch seine Klarheit und Einfachheit. Der hochaufragende Hauptaltar trägt das kraftvolle Bild des Kirchenpatrons St. Michael. Das schönste Schmuckstück aus dem Rokoko ist der um 1730 geschaffene „Gnadenstuhl", der im Chorgewölbe hängt. Der Friedhof besitzt sehenswerte Grabsteine aus dem 16. und 17. Jahrhundert.


Liebfrauenkirche

An einem landschaftlich sehr schönen Punkt im Ortsteil Niederachen in Inzell gelegen, war sie einmal ein gern besuchter Wallfahrtsort. Votivbilder unter der Empore und das Gnadenbild am Hochaltar bezeugen dies. In künstlerischer Hinsicht ist die Frauenkirche ein einheitlicher Barockbau. Die Altäre und die Kanzel stammen aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts und werden dem Reichenhaller Bildhauer Johann Schwaiger zugesprochen. Beachtenswert ist die interessante Vermischung von Holz und Stuck.


Evangelische Christuskirche

An der Schwimmbadstrasse 17, mit Gemeindezentrum und Pfarrhaus. Sachlich, fein und festlich steht der Gebäudekomplex vor Inzells Bergkulisse. Kirche und Gemeindezentrum sind Ergebnis eines Planungswettbewerbs aus dem Jahre 1989. Die Einweihung fand im Dezember 1993 statt. Zentrum des Kircheninneren ist der Altar im Schnittpunkt der Diagonalen. Die Gemeinde versammelt sich sichtbar kreisförmig um den "Tisch des Herrn". In das Rund der Gemeinde einbezogen ist die 1997 eingeweihte Orgel der Fa. Eule aus Batzen. Die Dachkonstruktion in einem kräftigen pfingstlichen Rot leuchtend, erinnert an Psalm 91: "Wer unter dem Schirm des Höchsten sitz..." Die hohen schützenden Mauern durchbrochen von kleinen Fenstern geben in der Kirche bei Sonnenschein ein sich stets änderndes faszinierendes Lichtspiel.


Die Chiemgauer Sprache

Und nun zu konkreten Sprachbeispielen:
Grüß (dich) Gott = Grüß Gott
Pfüa Gott = behüt dich Gott
Die gebräuchlichsten Grußformeln finden Sie auch im Duden ohne den Zusatz „umgangssprachlich,,.

Semmel; Semmelbrösl; Semmelknödel; Semmelmehl; Semmelblond = kleines Backwert aus Weizenmehl. Mittellateinisch „similia" heißt, feines Weizenmehl; Mittelhochdeutsch „semele"; Weizenmehl und Semmel. Das Wort semidalis (griechisch) samid (arabisch) kommt aus dem Altbabylonischen, wo feines Weizenmehl „samidu" genannt wurde. Diese Sprachtradition findet sich im Wort Semml (nicht Brötchen) wieder. — Übrigens: Auch dieses Wort „Semmel" ist im neuen Duden zu finden mit dem Zusatz bayerisch/österreichisch.

Hoagart (Hoagascht): Heimgarten, das ist die (früher) eingezäunte kleine Gartenfläche vor dem Bauernhaus, wo man nach getaner Arbeit zusammensaß, um sich zu unterhalten, zu singen, Musik zu machen oder sich sonstwie zu beschäftigen. Davon erhielten z.B. Volksmusikveranstaltungen (heute in Gasträumen und Sälen) ihren Namen.

G‘schert: Von geschoren‘ für „gemein" (allgemein). Der „G‘scherte"‘ heute verstanden als unhöflich - rüpelhaft - gemein -‚ war ursprünglich der Leibeigene, dem man als Zeichen seines nichtswürdigen Personenstandes „schor", also ihm die Haare bis zur Kopfhaut abschnitt.

Maß (Bier): die Maß (lt. Duden) bayer./österr. Flüssigkeitsmaß, spricht man mit tiefem „a" und scharfem „s" wie z.B. „Hass" oder „Bass" und sie ist weiblich (die) Maß - nicht sächlich, wie (das) Maß (Maßeinheit). Übrigens: Die Devise „ein Bier - ein Korn" kann hierzulande eine „umwerfende" Wirkung haben.

Depp: ungeschickt umhertappender, einfältiger Mensch (nicht im mindesten beleidigend). Der Ton macht die Musik. Auch dieses Wort steht im (neuen) Duden unter süddeutsch/österreich, ugs.
Der Bayer nennt vieles anders als der übrige Bundesbürger - meist, weil er am Bewährten auch auf dem Gebiet der Sprache festgehalten hat.

Zum besseren Verständnis: Der von Ihnen geschätzte Schweins- oder Rindsbraten stammt von einem Tier, sonst müsste es tatsächlich Schweine- oder Rinderbraten heißen. Der „Duden" akzeptierts.
Nocken z.B. sind mit dem Löffel gestochene Knödel - kleinere" feinere und gelegentlich auch weniger kerniger Art. Beispiele: Grießnockerl oder Salzburger Nockerl. Das Wort hat im italienischen „Gnocco" (sprich „Nocko")  seine sprachlichen Ahnen. Gnocci beim „Italiener" essen Sie doch gern, oder?

Übrigens: der Butter, sagt der Bayer sowie der Franzose oder auch der Italiener. Er schreibt aber trotzdem „die" Butter. - Diese Bayern... !

Haben Sie Lust bekommen auf diese Kultursprache in Ihrer „Heimat auf Zeit". "Ja?" - Dann werden Sie manches und manchen besser verstehen. Viel Freude mit dem bairischen Deutsch (bairisch ist hier kein Schreibfehler) und schöne, erholsame Urlaubstage in einem der schönsten Täler des Alpenraumes.

Bairisch (Bayrisch)


Knödel
Topfen
Surhaxn
Gschwollene
Germknödl
Rindsbraten
Nockerl
Semmel
Hendl
Krautwickerl
Reherl
Rahm
Reiberdatschi
Wammerl
Leberkäs
Rote Rüben
Schweinsbraten

Bua
Gaudi
Mankeln
Schuahbandl
Zehnerl
Austrag
Göd
Fieseln
Klupperl
Dirndl
tratzen
Sparifankerl
Brösel
grantig
bärig
Roß
Kramerladen
Dirndl
pressieren
ruassln
Mesner
hantig
Buckel
Barras
Ochsenaugen
Schäffler
und... und... und...

Standardsprache (sog. Hochdeutsch)

Klöße
Quark
Eisbein
Wollwürste
Hefekloß
Rinderbraten
Klößchen
Brötchen
Hühnchen
Kohlroulade
Pfifferlinge
Sahne
Kartoffelpuffer
Schweinebauch
Fleischkäse
Rote Beete
Schweinebraten

Junge, Knabe
Spaß
betrügen
Schnürsenkel Groschen
Altenteil
Pate
nagen
Wäscheklammer Mädchen, junge Frau reizen - verspotten Teufel
Krümel
unwirsch
sein toll
Pferd
Tante Emma Laden auch Dirndlkleid
in Eile sein
schlafen (schnarchen) Küster
bitter sein
Rücken
Militär
Spiegeleier
Böttcher

 

derChiemgauerreport     kleinanzeigenreport      werberingreport 
copyright by friedrich wilhelm   83209 prien am chiemsee    dickertsmühlstrasse 24    Tel.: 08051/63344

Stand: 26. September 2002