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Chronik Ruhpolding
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Ruhpoldinger Chronik

Der Ruhpoldinger Talkessel, seit alters her auch "Miesenbacher Tal" genannt, wurde in der Eiszeit (vor etwa 15ooo Jahren) vom Inn- und Salzach-Ferneis sowie von den örtlichen Gletschern des Rauschberges, Unternberges und des Hochfellns geformt.
Aus frühgeschichtlicher Zeit wissen wir, dass der Traungau bis Ende des 5. Jahrhunderts der östlich bis an den Wienerwald reichenden römischen Provinz »Norikum« angehörte. (Provinzhauptstadt war Lauriacum = Lorch/Donau. Mit der Anfang des 6. Jahrhunderts einsetzenden Einwanderung der Bajuwaren beginnt die eigentliche bayerische Geschichte.
Über die einzelnen bajuwarischen Stammesgaue herrschten die Herzöge aus dem Hause der Agilolfinger, bis anno 788 der letzte des Geschlechts Herzog Tassilo III., von Karl dem Großen gezwungen wurde, das Land Bayern als Lehen zu empfangen.
Ruhpolding mag schon im 6. Jahrhundert von einer bajuwarischen Sippe besiedelt worden sein (Ortsname »bei den Leuten des Ruhpolding) doch setzte die eigentliche Besiedelung erst im 9. und 10. Jahrhundert von Inzell her ein. Nicht zuletzt vielleicht deshalb, weil das unwegsame, einsame Waldtal den Siedlern sicheren Schutz vor den eindringenden Ungarn bot. Im Jahre 959 wurde der Traungau durch eine Schenkung des deutschen Königs Otto 1. Salzburgisches Lehen. Um das Jahr 1000, so berichtet die Überlieferung, soll Erzbischof Thimo von Salzburg auf der Höhe des Ruhpoldinger Bergfriedhofes das erste Kirchlein geweiht haben. Wohl noch älter ist das romanische Langhaus von St. Valentin in Zell. Einer der schönsten kunstgeschichtlichen Zeugen der Romanik ist die wertvolle Madonna auf dem Seitenaltar der Pfarrkirche St. Georg. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 924, als »der Edle Graman sein Eigen zu Puochskeho« (her heutige Ortsteil Buchschachen) dem Erzbischof von Salzburg übergibt. Ab 1126 erscheint in Salzburger Urkunden mehrmals ein Rittergeschlecht von Miesenbach.
Zwischen 1167 und 1188 überlässt der Edle Hartmann von Nußdorf sein Gut Puchrach (Buchschachen) der Kirche des hl. Tetrus zu Salzburg. Ulm 1193 gibt die Edle Witwe Ricardis von Nußdorf das Gut »Ruhpoldingen« den Kanonikern von Salzburg zu Nutzen. In den Jahren 1254 und 1275 kam durch einen Vergleich zwischen den bayerischen Herzögen und dem Erzbischof von Salzburg der Chiemgau endgültig an Bayern.
Im Miesenbach wurde ein herzogliches Amt errichtet, das wiederum zum niederbayerischen Vitztumamt Pfarrkirchen gehörte. Um 1400 entstand auf dem Bergfriedhof ein neues Kirchlein (gotisch). Schon 1424 wird urkundlich die »Taverne zu Ruhpolding« (jetziges »Hotel zur Post«) erwähnt, welche Herzog Heinrich von Landshut der Stadt Traunstein in Erbpacht gab.
1467 lässt die Äbtissin von Frauenchiemsee zum Bau der dortigen Kirche »Ruhpoldinger Marmor« verwenden, der also damals schon bekannt und begehrt war. Eine Belebung durch den Glanz des herzoglichen Hofes erfuhr das damals so abgelegene Tal, als ab 1529 die bayerischen Herzöge den Wildreichtum im Miesenbach entdeckten und hier alljährlich »Hirschfaist und Wildbretpürsch« abhielten.
1535 erbaute Herzog Wilhelm IV. hier ein Jagdschlösschen und 1570 sein Nachfolger Albrecht V. ein Forsthaus; 1587 erstand das neue »Herrenhaus« mit der Schlosskapelle. 1619 wurde die Saline Traunstein eröffnet, der Kurfürst Maximilian 1628 die hiesigen Waldgebiete zuteilte und dem Salz- und Waldmeisteramt Traunstein unterstellte.
Das Holz wurde auf den Triftbächen nach Traunstein gebracht, eine Straße von dort bis zur Triftklause am Ferchensee entstand 1645; die damalige Triftmeisterwohnung befand sich im heutigen Gasthaus Seehaus. Der Holzeinschlag und dessen Verwertung war jahrhundertelang eine Haupterwerbsquelle der Bauern im Miesenbach. Im 16. und 17. Jahrhundert blühte der Bergbau am Rauschberq und Unternberg. Gefördert wurden Bleierze und Galmei. Aus jener Zeit stammt das Schmelzwerk am Rauschberg, die heutige »Schmölz bei Inzell«.
Nach den Schrecken des 3ojährigen Krieges und der Erbfolgekriege des 18. Jahrhunderts, die unser Tal nicht  direkt berührten, konnte am 21. Juli 1754 Bischof  Franz Truchseß von Chiemsee nach 2ojähriger Bauzeit die neue St. Georgskirche einweihen. Das Gotteshaus wurde nach Plänen der kurfürstlichen Architekten Viscardi und J.B.Gunezrhainer erbaut.
Gleichzeitig wurde das Wallfahrtskirchlein Maria Schnee in Urschlau geweiht. Seit Jahrhunderten der Pfarrei Vachendorf zugehörig, wurde Ruhpolding 1811 selbständige Pfarrei. Ein Lehrer ist seit 1738 erwähnt, ein Schulhaus wurde dagegen erst 1821 errichtet. 1835 besuchte der damalige Kronprinz von Bayern, Maximilian, Ruhpolding; im gleichen Jahr wurde der letzte Bär im Miesenbacher Tal (in der Schwarzachen bei Laubau) erlegt.
»Dem Verkehr erschlossen« wurde unser Ort 1845 als »einmal wöchentlich« ein Stellwagen nach Traunstein verkehrte. 1864 erhält Ruhpolding eine eigene Post und 1865 verkehrt täglich ein »staatlicher Omnibus« nach Traunstein. Am 1. Januar 1882 wurden die Gemeinden Ruhpolding, Zell und Vachenau zu einer politischen Gemeinde vereinigt.
Eine neue Zeit für unseren Ort brach an, als am 9. Mai 1895 die Eisenbahnlinie nach Traunstein eröffnet wurde. Weitblickende Männer schlossen sich 1875 zum Verschönerungsverein (jetzt Verkehrsverein) zusammen und 1896 erschien schon die erste Auflage des Führers von Ruhpolding und Umgebung«. 1922 wurde das Rathaus mit Heimatmuseum auf Veranlassung des Bürgermeisters und Ehrenbürgers Bartholomäus Schmukker errichtet. Das Eintreffen des ersten »Degener-Sonderzuges« am Pfingstsonntag 1933 leitete die neue Fremdenverkehrs Epoche ein. Im selben Jahr begann der Bau des Kurhauses. Am 20. Dezember 1953 wurde die Rauschbergbahn in Betrieb genommen; 1959 entstand ein moderner Kindergarten; 1963 die ersten Tennisplätze; 1967 das Waldstadion und das Kulturzentrum mit Leseräumen, Bibliothek und dem St.-Georg-Saal, in dem die Ruhpoldinger Heimatbühne eine neue Heimat fand. 1969 erwarb die Gemeinde das alte Jagdschloss, das nun  renoviert als »Schloß des Gastes« Bibliothek und das Ruhpoldinger Heimatmuseum beherbergt. 1970 war die neue Schule fertig und das erste Wellenhallenbad der Alpen konnte eröffnet werden. 1971 nahm das neue Kurkrankenhaus Vinzentinum den Betrieb auf die, die Tennishalle wurde gebaut und die neue Unternberg-Sesselbahn erschloss ein weiteres Skigebiet. 1972 wurde die große Sporthalle mit einem Leistungszentrum für den Schießsport seiner Bestimmung übergeben.
Im Dezember 1976 wurde die Freibadeanlage und der Kurverwaltungspavillon eingeweiht. 1978 entstand die Ruhpoldinger Eissporthalle. Im selben Jahr wurde das Biathlon-Leistungszentrum fertiggestellt und gleich mit der Weltmeisterschaft eröffnet. In den folgenden Jahren dort abwechselnd stattfindende Weltcup-Veranstaltungen und Weltmeisterschaften haben in der Folge den Ort in aller Welt bekannt gemacht.
Seit Winter 1985 steht Ruhpoldings Gästen im historischen Gebäude es ersten Ruhpoldinger Schulhauses am Rathausplatz, ein Haus des Gastes mit Kommunikations-, Lese- und Fernsehräumen zur Verfügung.
Mit dem einzigartigen »Holzknecht-Museum« in Laubau - eröffnet im Oktober 1988 - besitzt Ruhpolding nunmehr ein viertes Museum.
Im Ortsteil Zell wurde im Herbst 1993 der Ruhpoldinger Golfplatz eröffnet - damit verfügt Ruhpolding über ein weiteres Freizeit-Angebot für Gäste und Einheimische.


Die wichtigsten Daten aus Ruhpoldings Orts- und Kultur- Geschichte

476 Der Traungau, in dem sich das Miesenbacher Waldgebiet befindet, gehört bis 476 zur Römischen Provinz Norikum, dann zum Reich der Rugier und Ostgoten.
508 bis 554 Der Traungau fällt den Herzögen aus dem Stamm der Agilolfinger zu, welche bis 788 über Bayern herrschten. 
924 Graman vertauscht sein Gut »Puochskeho (1. Urkunde)
959 bis 1275 Der Traungau wird ein Lehen der erzbischöflichen Kirche in Salzburg
1095 Einweihung einer Kirche in Ruhpolding durch Thiemo von Salzburg
1126 Heribord von Miesenbach
1177 Das Gebiet um Inzell mit seinen Waldungen wird dem Kloster St. Zeno einverleibt
1181 Graf Hartmann von Nußdorf verkauft seine Burg Rabenstein
1185 Graf Siegfried von Lebenau übergibt ein »Gut Ruhpoldingen« der Kirche des Hl. Rupert in Salzburg
1193 Rahwinus de Miesinpach wird als Zeuge genannt
1193 Gut Ruhpolding wird Seelgerät des hl.Rupert zu Salzburg
1254 und 1275 Durch die Verträge von Erharting kommen die gräflichen bzw. landgerichtlichen Pfleg- und Vogteirechte über den Chiem- und Traungau an das Herzogtum Bayern und verbleiben seitdem beim bayerischen Staate
1281 Magino de Ruepoltingen
1295 Friedrich von Ruhpolding
1300 Errichtung des Herzogl. Pflegegerichts Marquartstein mit 4 Ämtern, darunter Amt Miesenbach
1310 Urbar (Güterverzeichnis)
1317 Otto von Briesinger Amtmann im Miesenbach
1411 Gründung der Kgl. priv. Feuerschützengesellschaft
1424 gibt Herzog Heinrich von Bayern in der Stadt Traunstein die Tavernen von Ruhpolding und Siegsdorf auf Erbrecht
1435 Urbar (Güterverzeichnis)
1450 Ruhpolding erhält einen eigenen Priester
1467  bis 1491 baut die Äbtissin Magdalena Auer von Frauenchiemsee die dortige Kirche um  und lässt zum Bau der Altäre Marmor aus dem Miesenbachtale verwenden
1529 Die Traunsteiner Gerichtsliteralien erwähnen zum ersten Male den Wildreichtum im Miesenbach: »ein Fürst von Bayern habe dieses Tal mit seinen Jägern besucht und dort mit Jägernetzen und Hunden gejagt«.
1535 Herzog Wilhelm IV. baut in Ruhpolding ein Jagdschlößchen.
1537 Vollendung des Alten Herzogl. Schlosses, das "Ihre fürstlicher Gnaden der Vischwaid und Gejaid halber erpauen lassen.«
1553 Einteilung des Miesenbacher Amtes in 4 Hauptmannschaften
1554 Ortsbeschreibung des Philipp Apian
1570 Errichtung eines Forstamts in Ruhpolding
1571 richtet die Gemeinde an Herzog Albrecht die Bitte um einen Bader, weil sie 950 Seelen zähle und schon einen Bader gehabt habe, "der sie badete und erznete, schröpfte und Ader ließ".
1574 werden «auf einer meil wegs im Miesenbach 20 Drechsler« gemeldet
1575 Am 7. Oktober wird Valentin Partenkirchner von Herzog Albrecht V. zum ersten Forstmeister des Forstamts in Ruhpolding ernannt
1585 Vorbereitung zum Bau des Neuen Schlosses
1587 Um den Hölzlern den schwierigen Transport des Holzes über den Jochberg zu erleichtern, wird eine neue Straße über den Cleber nach Weißbach gebaut
1588 Stefan Huber, Wirt zu Ruhpolding verkauft an Herzog Wilhelm V. ein Bauland
1590 Zollhaus und Schrankbaum an der Cleber werden aufgesetzt, das ist gleichzeitig der Geburtstag des Gasthauses Mauthäusl
1600 Ruhpolding wird Vikariat
1601 wütet in der Umgebung des heutigen Gasthofes «Zur Post« eine große Feuersbrunst. Nach dieser «Leidigen Pronst“ haben etliche Ruhpoldinger eine Bittschrift um kurfürstliche Hilfe eingereicht, welche aber abgelehnt wurde und das Verbot der Holzentnahme sogar verschärfte. Der Traunsteiner Amtmann gab allerdings das Zimmerholz zu einem verbilligten Preis ab "derowegen in Betracht Ihrer Armuth und ohne daß erlittenen Pronstschaden gestraft worden".
1601 Einteilung des Miesenbacher Amtes in die fünf Hauptmannschaften Lennzperg, Wasen, Froschsee, Zellboden und Ruepolting
1616 herrschte «im Ysenpach eine große Viehsäuche, der viel Vieh zum Opfer fiel«.
1616 bis 1619 Gründung der Saline Traunstein
1619 Im Zusammenhang mit der Errichtung des Salzsudwesens in Traunstein wird das Forstamt Ruhpolding in das Salz-und Waldmeisteramt Traunstein umgewandelt.
1619 Gründung des Holzknechtvereins
1628 Am 4. Oktober 1628 weist Kurfürst Maximilian der Saline Traunstein 65 verschiedene Gebirge und Forsten zu, darunter auch das Gebiet von Ruhpolding
1633 Teilnahme der Ruhpoldinger Bauern am Bauernaufstand
1634 Kurfürst Maximilian richtet an den Fürstbischof von Salzburg eine Anklageschrift gegen den Ruhpoldinger Benefiziaten Marquard Pumb »wegen eines Vergehens der Volksaufwiegelung«
1656 In diesem Jahre wird die Schloßkapelle vollendet, andere Urkunden sprechen vom Jahre 1587
1677 Ein Kriminalprotokoll vom 18. Dezember 1677 überliefert uns, daß in Salzburg eine gewisse "Maria Mayerin aus Ruhpolding in Bayern als Hexe prozessiert wurde."
1681 Von 1674 bis 1681 war der Bergsegen am Rauschberg besonders groß, wöchentlich wurden im dortigen Bergwerk "mit leichter Mühe" rund 750 Zentner Bleierze und Galmei gewonnen
1700 Am 1. Mai 1700 wird die Armenseelenbruderschaft zu Ruhpolding »neuerdings konfirmiert und in der St. Laurenti-Kürchen zu Altenhof (München) aggregiert“.
1702 bis 1705 Verteidigungsmaßnahmen an der Tiroler Grenze während des Spanischen Erbfolgekriegs
1702 Einfall der Österreicher nach der Schlacht am Schellenberg in Südbayern. Einnahme der festen Burgen Hohenaschau und Marquartstein, Einäscherung des Eisenwerks in Bergen, Besetzung von Traunstein. Einquartierung starker Truppenkontingente im Miesenbach, die dort «schrecklich hausten«. Am 28. Juli biwakierten 700 Mann unter Oberst von Metzel am Rauschberg und brannten die Schmelze und die Amtsgebäude nieder
1725 Errichtung einer ständigen Hilfspriesterstelle
1730 Im Miesenbach wütet eine Seuche, die 130 Menschen hinrafft
1738 Erste quellenmäßige Nachricht über einen Lehrer in Ruhpolding
1742 Während des Österr. Erbfolgekrieges, am 16. Februar, erscheint Hauptmann Marschall vom Königseckschen Regiment mit Grenadieren und Kroaten in Inzell; eine Kompanie bezieht Quartier in der Schmelze am Rauschberg
1742 Archivarische Urkunden belegen die Existenz einer Schützengesellschaft im Miesenbach. Damals wurden "an der Posthierung Ferchensee und Urschlau" starke Wachen aufgestellt, die die Österreicher (Erbfolgekrieg) am Überschreiten der Grenze hindern sollten
1754 Bischof Franz Truchseß von Chiemsee weiht am 21. Juli die neue Kirche zu Ruhpolding, St. Georg (204) und konsekriert einen Tag später das Wallfahrtskirchlein zu Urschlau
1756 Am 12. Januar errichtet Papst Benedikt XIV. zu Ruhpolding die Bruderschaft des hl. Georgius
1757 Vollendung der St.Georgskirche zu Ruhpolding nach 6ojähriger Bauzeit
1763 war die Errichtung der Wasserleitung sowie die Anlage einer "feyer- oder Wasserschwemb" Anlaß zu einem
Streit
1795 Aufstellung der ersten Orgel in der Kirche St. Georg durch den Orgelmacher Andrä Mauracher von Karpfing
1800 Während der Napoleonischen Kriegsjahre kommen die französischen Mordbrenner auch in den Miesenbach: »Am 14. Dez. war die große Kanonade bei Salzburg, 2 Tage später war Inzell vol1er Franzosen und an Weihnachten kamen sie auch nach Ruhpolding«. Im gleichen Jahre herrschte im Miesenbach eine große Teuerung und eine Art Viehpest, gegen die alle Mittel wirkungslos waren
1801 biwakiert eine Abteilung Franzosen in Siegsdorf. — Eisenärzt, damals eine blühende Hofmark, muß 1100 Gulden Kriegskontributionen zahlen
1802 Einführung der allgemeinen Schulpflicht am 23. Dezember
1803 Traunstein wird Landgericht, eingeteilt in 42 Gemeinden (gebildet aus den Obmannschaften) Auflösung des Amtes Miesenbach
1803 Errichtung der Forstei Inzell — eine Folge der Säkularisation
1804 Das seitherige Waldmeisteramt wird in Oberforstamt Ruhpolding umbenannt
1804 waren im Miesenbach 8 Schmiedewerkstätten
1806 erfolgen viele Durchzüge und Einquartierungen im Miesenbach.
1807 Gründung der Kgl. aktiven Landwehr Kompanie
1808 1. Gemeinde-Edikt 
1809 Am 22. August kommt eine Kompanie bayer. Infanterie nach Ruhpolding zur Beobachtung der Grenze bei Reit im Winkl. Am 17. Oktober biwakiert die Divison Wrede in der Vachenau und in der Ramsau und marschiert dann nach St. Johann weiter
1809 und 1810 rafft das »hitze Gallfieber« im Miesenbach viele Menschen hinweg
1811 Ruhpolding wird Pfarrei
1812 Zug der Bayern nach Rußland. Unter den 30 000 Bayern, die der französischen Werbetrommel folgten, waren auch 15 Ruhpoldinger, von denen keiner mehr die Heimat sah
1814 Gründung des Krieger- und Veteranenvereins
1814 Forstmeister Dillis gründet am 29.April die Nationalgarde
1818 2. Gemeinde-Edikt
1819 Am 25. Juli wurde Pfarrer Ostner installiert. Dabei empfing die Nationalgarde » beym Pfarrhause die beiden Kommissärs ... Eine Art türkischer Musik und Kirchengesänge ländlicher Gebirgsform und das Krachen der Böl1er erfreuten die Gemüter"
1819 Gründung eines Schulfonds durch Pfarrer Joseph Ostner
1820 Entstehung der drei Gemeinden Ruhpolding, Vachenau und Zell
1820 Nachdem im Jahre 1820 vom Hayderbauern ein Grund zu einem neuen Schulhaus erstanden wurde, wird 1821 mit dem Schulhausbau begonnen. Nach manchem Hin und Her und vielen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich Baukosten, Bauplan usw. kann am 30. Dez. 1821 der feierliche Einzug in das neue Schulhaus gehalten werden
1822 Revierförster Reisberger erlegt am Zinnkopf am 7. Dezember einen Bären. (Der letzte Bär wurde nicht 1822, sondern am 15. Oktober 1835 von dem kgl. Salinenforstamts-Aktuar Ferdinand Klein auf dem Schwarzachenbach zunächst dem Schneidersepp-Laubstadel erlegt)
1825 Topographischer und statistischer Bericht über die Gemeinden im Königreich Baiern
1828 Fest der Glockenweihe am 1. und 2. Oktober
1835 Seine Königliche Hoheit Kronprinz Maximilian von Bayern beehrt Ruhpolding mit einem Besuch, inspiziert dabei die Nationalgarde und erteilt dem Veteranenverein die Erlaubnis zur Aufrichtung eines neuen Militärschildes
1843 Großes Freischießen in Zell, zu dem Schützenmeister Ferchl ein humorvolles Gedicht schrieb
1845 Andreas Gstatter, Hoaderer, führt den Stellwagen ein — im Volksmund auch » Zeiserlwagen» oder »Dampfschiff» genannt und fährt damit jeden Samstag zum Wochenmarkt nach Traunstein
1854 Gründung der Musikkapelle Ruhpolding durch Pfarrer Ludwig Friedrich Adlhoch
1856 Die drei Gemeinden im Miesenbach erklären sich bereit, die Kosten für Schulbauten und Utensilien gemeinsam zu bestreiten
1861 Eingabe an die Kgl. Generaldirektion der Verkehrsanstalten um Errichtung einer Cariolpostverbindung
1864 Ruhpolding erhält eine eigene Post
1865 Ab 1. Oktober verkehrt täglich ein staatl. Omnibus zwischen Ruhpolding und Traunstein
1869 Bayer. Gemeindeordnung
1871 Fahnenweihe des Kriegervereins Ruhpolding, verbunden mit der Einweihung des Kriegerdenkmals für die Gefallenen des Krieges 1870/71
1873 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Ruhpolding
1873 Gründung des Verschönerungsvereins (Fremdenverkehrsverein)
1882 Am 1. Januar werden die selbständigen Gemeinden Ruhpolding, Vachenau und Zell zu einer politischen Gemeinde vereinigt. (84) Am 1. April 1882 wird beschlossen, in Ruhpolding ein gemeinsames Schulhaus zu bauen
1889 Zweite Fahnenweihe des Veteranenvereins Ruhpolding, an der 50 Vereine mit mehreren Musikkapellen — darunter auch die Unkener Musik — teil­nahmen und »eine solche Menschenmenge zusammengeströmt war, daß seither nie mehr soviel Menschen in Ruhpolding gesehen wurden«.
1891 Gründung des Burschen-Kranken­Unterstützungsvereins 
1892 Am 23. Oktober Eröffnung des Krankenhauses
1893 Gründung des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins » D`Miesenbacher»
1895 Am 9. Mai wird der alte Postwagen abgelöst und die Eisenbahnlinie Traunstein — Ruhpolding in Betrieb genommen
1895 Der Sägewerksbesitzer Matthäus Seehuber liefert den ersten Lichtstrom am Ort.
1896 Am 15. Juni 1896 wird die letzte Trift auf der Traun durchgeführt 
1896 erscheint bei Th. Lampart in Augsburg der erste "Führer von Ruhpolding", verfaßt vom Lehrer Andre Schuster. Das 46 Seiten starke Bändchen enthält alles Wissenswertes über Unterkunftsmöglichkeiten, Wanderungen und Bergtouren des »Luftkurorts» Ruhpolding
1896 führt der »Führer von Ruhpolding» als besondere Attraktion »Sole- und Wannenbäder» in Stockmaiers Gasthof an
1897 Gründung des Spar- und Darlehenskassenvereins (heute Volksbank Ruhpolding)
1903 Gründung des Gebirgs-Trachten-Erhaltungsvereins »D‘Rauschberger»
1905 Anlage einer »Stiftungsallee»
1906 Der »Verschönerungsweg» auf die Brandlerhöhe am Zellerberg erhält den Namen »Jubiläumsweg». Die Brandlerhöhe wird in "Wittelsbacherhöhe" umbenannt
1908 Gründung des Hist. Vereins
1911 Vom 16. bis 23. Juli 5oojähriges Jubiläum der Schützengilde Ruhpolding
1911 erscheint die zweite Auflage des »Führer von Ruhpolding und Umgebung», herausgegeben von Pfarrer Ficker und Kunstmaler Kaufmann
1914 Vom 27. bis 29. Juni feiert der Veteranenverein sein l00jähriges Bestehen. « Es war ein glanzvolles Fest, das durch die Nachricht von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers am 28. Juni1914 getrübt wurde»
1914 Gründung des Komitees »Die Hilfe». Eintreffen der Mobilmachungsorder im Gasthaus Zell. Aufstellung von Brückenwachen
1915 Einführung der Brotkarte (64); Erscheinen der Ruhpoldinger Kriegszeitung
1919 Andre Lesser, erster Gemeindesekretär
1919 Ende Januar festlicher Empfang der Ruhpoldinger Kriegsteilnehmer
1920 Beginn der Bauarbeiten für die Waldbahn Ruhpolding - Reit im Winkl
1920 Herausgabe von Papier-Notgeld durch die Gemeinde Ruhpolding
1920 Gründung des Skiclubs
1921 Gründung der Stromversorgungsgenossenschaft
1922 Einführung der Kurtaxe
1922 Das Staatsministerium des Innern genehmigt den Entwurf zu einem Gemeindewappen
1922 Bau des Rathauses
1922 Verbauung des Steinbaches (Wildbachverbauung)
1923 Bildung einer Notpolizei in Ruhpolding. Die Wirtschaftskrise erreicht ihren Höhepunkt: 1 Pfund Brot kostet 160 Milllionen, 1 Pfund Fleisch 1 Milliarde Mark
1923 Erster Kindergarten in der »Suppenküche»
1924 Kath. Gesellenverein
1924 Gründung der Sanitätskolonne
1924 Gründung der Trachtenkapelle »D‘Rauschberger»
1924 Am Feste der hl. Elisabeth erscheint die erste Ausgabe des »Heimatbuches», verfaßt von Pfarrer Peter Bergmaier
1925 Eröffnung des Schwimmbades in Maiergschwendt am 19. Juli 1925
1925 Gründung des Ruhpoldinger Sportvereins
1926 Fertigstellung des neuen Postamtsgebäudes
1926 Bau der Hauptwasserleitung
1927 Errichtung einer Zweigstelle der Kreissparkasse
1928 Erste Wintersportfahrt des Internationalen Verkehrsbüros des Leipziger Messeamtes nach Ruhpolding vom 27.Dezember 1928 bis 6. Januar 1929
1929 Gründung des Motorsportclubs
1930 Gründung des Kath. Frauenbundes
1931 Zur Verschönerung des Dorfbildes stiftet der Fremdenverkehrsverein Ruhpolding die Madonna für den Dorfbrunnen heute ein oft fotografiertes Motiv
1933 Am Pfingstsonntag, den 28. Mai trifft der erste Sonderzug aus Berlin mit rund 400 Degener-Gästen auf dem Ruhpoldinger Bahnhof ein
1933 Am 21. November Grundsteinlegung für den Bau des Kurhauses. Die offizielle Eröffnung fand am 29. Juni 1934 statt
1935 Am 21. Juni wird bei Neustadl ein Flugplatz in Betrieb genommen
1935 Baubeginn der Queralpenstraße
1937 Erstellung eines großen Schießplatzes bei der Maiergschwendter Säge
1937 nimmt Peter Müllritter an der deutschen Nanga-Parbat-Expeditiotl teil und stirbt auf Lager IV im Kampf um den deutschen Schicksalsberg den Bergsteigertod
1939 Beginn der Bauarbeiten zum neuen Schwimmbad in Bibelöd
1939 Am 25. August Bekanntgabe der Mobilmachungsorder in Ruhpolding
1940 Deutsche Kriegs-Skimeisterschaften durch den Ski-Club Ruhpolding
1944 Errichtung von mehreren Lazaretten
1945 Im März wird ein Personenzug im Bahnhof Ruhpolding von amerikanischen Tieffliegern angegriffen 1945 Am 5. Mai, 14.30 Uhr, Einmarsch amerikanischer Fallschirm-Einheiten in Ruhpolding
1946 Erster Gemeinderat nach dem Krieg
1947 Gründung der Bergwacht
1948 Erste Gemeinderatswahl nach dem Krieg
1949 Abbruch der seit 200 Jahren bestehenden Devotionalienhäuschen an der St.Georgskirche
1949 Schulhausneubau
1951 und 1952 steht Ruhpolding an erster Stelle der bayerischen Luftkurorte und an  10. Stelle im bayerischen Fremdenverkehr überhaupt
1952 Neuer Friedhof wird angelegt 
1952 Einweihung der Evangelischen St.Johanneskirche
1952 Bei Restaurierungsarbeiten in der Schloßkapelle werden anfangs Oktober interessante Gemälde aus der Barockzeit freigelegt 
1953 Bau der Rauschbergbahn
1953 Gründung der Wasserwacht
1955 Bau des Campingplatzes 
1955 Ansiedelung der Optischen Industrie Filitz AG
1956 Gründung der Ruhpoldinger Heimatbühne
1957 Bau der Wohnsiedlung «St. Georg« 
1958 Kauf der Traunauen 
1959 Einweihung des neuen Kindergartens
1959 Gründung des gemeindlichen Wohnbauwerkes 
1959 Fertigstellung der ersten Tennisplätze in den Traunauen
1960 Gestaltung des Kurparks mit Seerosenteich
1961 Gründung des Eissportvereins
1962 Eröffnung des »Reiterhofes« in Zell
1962 Eröffnungsspringen auf der Großschanze am Zirmberg
1963 Einrichtung der Gemeindebücherei
1964 Bau der Dr. Degener-Promenade
1964 Gründung des Aeroclubs
1965 Gründung des Tennisclubs
1966 Eröffnung des Reitbetriebes auf dem Gestütshof «Brendlberg«
1967 Bau des Waldstadions
1967 Einweihung des Pfarrzentrums (Kulturzentrum)
1968 Gründung des Pferdesportvereins 
1969 Kauf des Jagdschlosses durch die Gemeinde
1969 Baubeginn des Wellenhallenbades (Eröffnung November 1970)
1969 Eröffnung des Museums für sakrale und bäuerliche Kunst im alten Pfarrhof
1970 Fertigstellung der Werksanlage der Optischen Industrie in Schwaig
1971 Einweihung des Krankenhauses «Vinzentinum« 
1971 Bau der Unternbergbahn
1972 Einweihung des Schulzentrums an der Brander Straße, der Sporthalle und Sportschießanlage
1973 Gründung der Jugendkapelle
1973 Gründung der Fremdenverkehrs GmbH
1974 Gründung des Kneippvereins
1976 Bau der Freibadeanlage
1976 Eröffnung des Pavillons der Kurverwaltung
1977 Kinderheilstätten werden «Heilpädagogisches Zentrum«
1978 Fertigstellung der Eissporthalle
1979 Bau des Biathlon-Leistungszentrums am Zirmberg
1979 Partnerschaft mit »Ihringen«
1981 Neue Orgel für die Ruhpoldinger Pfarrkirche

 

Das Verbrüderungsbuch von von St.Peter Salzburg (784)

Siegel Herzog Ludwig IV. von oberbayern 1294-1347

Herzog Wilhelm IV. von Bayern 1508-1550

Barockaltar der Urschlauer Kapelle

St. Rupertus um 1750 in der St.Georgskirche

Bruderschaftsurkunde zum hl.Georgius

Nationalgarde

"Der Land Bär" Zeichnung von B. Vollmer nach einem alten Stich

Förster Michael Reisberger

1845 Stellwagen

1865 Cariolpost

1873 Gründung des "Verschönerungsvereins"

Ruhpolding um 1900

1911 Führer von Ruhpolding

Notgeld

Inflationsgeld

Bergstation der Rauschbergbahn im Bau

Rauschbergbahn

1970 Eröffnung des Wellenhallenbades

D- 83321 Ruhpolding Postfach 1460 D- 83324 Ruhpolding Hauptstraße 60
Tel: 08663/8806-0 Fax: 08663/8806-20 EMail: tourismus@ruhpolding.btl.de
Internet: www.ruhpolding.de und www.quartier.com/ruhpolding
Kurgeschäftsführer Herr Martin Haßlberger.

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Stand: 26. September 2002