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Sehenswertes Tittmoning
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Rathaus Tittmoning - Ortsgeschichte - Heimathaus - Burg - Schlosskapelle - Stadtplatz - Stadttore - Skulpturen - Pfarrkirche - Kirche Allerheiligen - Friedhofskapelle - Maria Ponlach - Plättenfahrten

Rathaus in Tittmoning

Rathaus TittmoningEine besonders auffällige Fassade zeichnet das Rathaus am oberen Stadtplatz aus, der als Herrenmarkt bezeichnet wird. Vergoldete Köpfe römischer Imperatoren zieren die Nischen unter den dachförmigen Fensteraufsätzen. Die Erinnerung an die römische Vergangenheit beflügelte die Stadtväter im Jahr 1711 zu diesem außergewöhnlichen Fassadenschmuck.

Das Rathaus ist im 13. jahrhundert entstanden und im Laufe seiner Geschichte mehrfach umgestaltet worden. Nach Süden zu ragt das Gebäude um eine Fensterbreite aus der Fluchtlinie der angrenzenden Häuser heraus. Dies erlaubte dem Stadtrichter und den Amtspersonen einen besonderen Überblick über das Geschehen auf dem Stadtplatz.

Der große Stadtbrand von 1571 hat das Aussehen des Stadtplatzes wesentlich verändert, vor allem in bezug auf das Rathaus. Ursprünglich stellte es mit dem davor liegenden Florianibrunnen den zentralen Punkt des Stadtplatzes dar der nur bis zum Stadtbach reichte. Im Rathaus wohnte und amtierte der vom salzburgischen Erzbischof eingesetzte Stadtrichter Er überwachte das Wirken der zwei Bürgermeister und elf Ratsherren, die aus der gehobenen Gewerbeschicht gestellt wurden. Handelsherren, die zugleich Schiffmeister waren, Weinwirte und Brauer bestimmten im wesentlichen das städtische Geschehen. Rathäuser waren eben Herrenhäuser Eichmaße und Gewichte bewahrte der Waagemeister unter seinem Gewölbe auf, während der Amtsdiener die kleinen Diebe bewachte, die in der „Keuche“, dem kalten Kerker unter der Stiege, schmachteten. Wohlverwahrt im Kellergewölbe lagen die Umgeldeinnahmen. Diese waren eine Art Bier- und Getränkesteuer die zu den städtischen Haupteinnahmen gehörten. Freilich, meistens war die Kasse leer, der Salzausfuhr wegen, da die Stadt für die Uferbebauung und damit für die sichere Schifffahrt auf der Salzach zwischen Fridolfing und der bayerischen Grenze aufkommen musste.

Stadtfeste haben ihren besonderen CharmeDer Platz vor dem Rathaus war stets kulturellen wirtschaftlicher und politischer Mittelpunkt der Stadt und des Landgerichts. Dort wurde öffentlich zu Gericht gesessen und wurden Urteile vollzogen. Wohlhabende Kaufleute, fleißige Handwerken biedere Bürgen arme Tagelöhner und verschmitzte Bauern belebten an gefreiten Markttagen den Platz. Fremde Schauspielen Gaukler Seiltänzer und fahrende Musikanten zeigten ihre Kunst.

Am Kern der Rathausmauern ist zu erkennen, dass ursprünglich zwei Häuser zu einem vereint wurden. Die wichtigsten Veränderungen erfolgten 1571, 1711, 1725 und 1991. Nach dem Stadtbrand von 1571 begann der Wiederaufbau. Im frühen 17.]ahrhundert verschönerten Tittmoninger Kunsthandwerker ihr Rathaus. Aus dieser Zeit ist noch ein prachtvol1er Einbauschrank mit Intarsienverzierung erhalten. 1725 erfolgte ein aufwendiger Umbau im Hinterhaus. Der Tanzsaal und das daneben liegende „Retiret‘, in das sich die Tänzer zum Ausruhen zurückzogen, wurde gänzlich mit einer neuen Inneneinrichtung versehen. Heute ist aus dem Tanzsaal der große Sitzungssaal geworden. Von der alten Ausstattung verblieben die hölzerne Musikempore mit dem gedrechselten Geländer und der profilierte Deckenstuck. Die Silber- und Goldfassung der Türen und Fenster sowie die Bilder der Supraporten wurden Opfer der Zeit. Nach langen planerischen Vorarbeiten wurde das Rathaus von 1990 bis 1992 innen und außen gründlich restauriert. Altes konnte dabei erhalten und Neues dazu gewonnen werden. Nach Fertigstellung der Arbeiten ist das Rathaus heute wieder Sitz der Stadtverwaltung und des Verkehrsamtes. Funktionalität, historische Substanz und Schönheit der Fassade stehen im perfekten Einklang zueinander.

Städtisches Verkehrsamt Tittmoning 84529 Tittmoning Stadtplatz 1
Tel: 08683/700710 Fax: 08683/700730 Internet: www.tittmoning.de
Mail: stadt-tittmoning@t-online.de 


Orts-Geschichte

Votivbild von 1767. In der Stadtplatzmitte neben dem Stadtbach die 1816 abgerissene Katharinenkapelle mit dem Stadtwachturm. Auf der nördlichen Hälfte befinden sich Mariensäule, Pferdeschwemme und Stadtbrunnen.Die erste Erwähnung Tittmonings findet man in einer Urkunde des Erzbischofs Arno von Salzburg in der Notitia Arnonis (788/90). Sie belegt die Schenkung Tittmonings an das Erzstift Salzburg und das Frauenkloster Nonnberg durch Herzog Theodebert von Bayern zu Beginn des 8. Jahrhunderts. Tittmoning gehörte im folgenden bis zum Jahr 1810 zum Erzbistum Salzburg, danach kam es erst zu Bayern.

Das Wort Tittmoning leitet sich von Titamaninga ab und ist bajuwarischen Ursprungs. Im 12. Jahrhundert war in Tittmoning das Rittergeschlecht ansässig. Schon vorher lebten dort die Noriker die zum Stamm der Kelten gehörten. Danach gab es zunächst römische Ansiedler was zahlreiche Funde belegen. Später kamen die Agilolfinger und im Anschluss ein bayerisches Herzogsgeschlecht.

"Burghauser Tor" - eines der beiden Stadttore1234 ist das Datum der Stadterhebung. Die planmäßig angelegte Stadt wurde mit einer Mauer abgegrenzt.

1324 gelang Ludwig dem Bayern die Einnahme der Stadt und der Burg. Bereits 1327 erfolgte der Rückkauf durch Salzburg. Für das 15. Jahrhundert sind Wochenmärkte belegt, die auf dem weitläufigen Stadtplatz abgehalten wurden. Tittmoning war Mautstation und bedingt durch den Fluss- und Straßenverkehr recht belebt. Handel und Gewerbe blühten in der Stadt: Im Spätmittelalter schwerpunktmäßig die Metallverarbeitung, im 16. Jahrhundert das Tuchmachergewerbe. Zur Zeit des Barock erreichte das Kunstgewerbe seine höchste Blüte.

In politischer Hinsicht war Tittmoning schon früh ein Verwaltungsmittelpunkt. Es bestanden ein Pfleg-, Stadt- und ein Landgericht. Durch die häufig auftretenden Hochwasser der Salzach gab es zahlreiche Überschwemmungen. Verheerend wirkte 1571 der große Stadtbrand, nach dem die Stadt wieder aufgebaut werden musste.

1815 wütete ein weiterer Brand, der jedoch nicht so großen Schaden anrichtete. 1842 wurde die erste Brücke über die Salzach errichtet. Sie tat ihre Dienste, bis 1933 eine neue Brücke eingeweiht wurde.

Nach 1816 sank durch die neue Grenzziehung die wirtschaftliche Bedeutung Tittmonings, und 1862 wurde das Landgericht aufgelöst. Damals wurde der Grundstein für den Landkreis Laufen als Verwaltungseinheit gelegt, der den ganzen Rupertiwinkel umfasste. 1972 wurde dieser Landkreis im Zuge einer Gebietsreform aufgespalten, der nördliche Teil - und damit Tittmoning - gelangte zum Landkreis Traunstein, der südliche Teil zum Berchtesgadener Land. Im Lauf der Zeit kamen die ehemaligen Gemeinden Kay, Ästen, Kirchheim und Törring zum Stadtgebiet hinzu. Kirchlich gesehen wird die Pfarrei Tittmoning seit dem 17.Jahrhundert mit einem Stiftsdekan besetzt und gehört heute zur Erzdiözese München-Freising.

Tittmoninger WappenDie Geschichte der Burg ist zwar eng mit der Geschichte der Stadt verwoben, jedoch nahm sie durch ihre abgegrenzte Lage zeitweise ihren eigenen Lauf. Es ist anzunehmen, dass der Burgberg schon vor seinem Ausbau zur Grenzfestung im 13. Jahrhundert besiedelt gewesen ist. 1324 und 1611 wurde die Burg belagert. Eine einschneidende Zäsur erfuhr die Burg zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als sie in ein Jagdschloss umgewandelt wurde. Dazu beauftragte Erzbischof Sittikus seinen Baumeister Solari, der in Salzburg den Dom erbaut hatte. 1805 zerstörte ein Brand während der französischen Besatzung den nördliche Teil der Burganlage. 1852 erfolgte dann der Erwerb durch die Stadt, und in den folgenden Jahren wurden die einzelnen Trakte unterschiedlich genutzt: ab 1911 als Heimatmuseum, 1930 als Jugendherberge, im Krieg als Offiziersgefangenen- und Internierungslager und danach als Flüchtlingslagen Nach umfassenden Renovierungsmaßnahmen konnte 1953 das Heimatmuseum wieder in die Burg einziehen, in der die Sammlungen bis heute untergebracht sind. Einige Gebäudeteile befinden sich heute in Privatbesitz.

Tittmoning ist heute Verwaltungssitz einer Gemeinde; sie umfasst die ehemaligen Landgemeinden Ästen, Kay, Kirchheim und Törring.

Die lebhafte Geschichte der Kommune spiegelt sich auch im Wappen wider, auf dem das Stadttor mit der Mauer und zwei Türmen dargestellt wird; zwischen den Türmen erscheint die Halbfigur eines Bischofs.


Heimathaus des Rupertiwinkels

Burg TittmoningDer Historische Verein Tittmoning e. V. sammelte von 1889 bis heute Zeugnisse der Vergangenheit. Sie wurde erst in kleinen Zimmern des Tittmoninger Rathauses ausgestellt. Seit 1911 füllen sich die historischen Räume im Prälaten- und Kavalierstock (1615) und im Getreidekasten (1550) der Tittmoninger Burg.

Als Grenzbefestigung gegen Bayern wurde die Burg Tittmoning 1234 von Erzbischof Eberhard II. erbaut. Anfang des 17. Jahrhunderts zum Jagdschloß umgebaut, diente sie als Sommerresidenz der Salzburger Fürstbischöfe. 1816 kam die Burg zusammen mit dem Rupertiwinkel zu Bayern. Heute beherberg sie bedeutende Sammlungen aus dem bäuerlichen und bürgerlichen Leben.

Schützenscheiben:
130 Schützenscheiben, die größte Sammlung in Bayern aus der Zeit von 1600 bis 1930, ein einzigartiger Schwerpunkt des Museums.

Türkenofen um 1750Grabkreuze:
180 Schmiedeeiserne Grabkreuze des 17. bis 19. Jahrhunderts stammen aus dem Rupertiwinkel. Entwicklung und der Reichtum der Formen zeugen vom Können der Meister.

Landwirtschaft:
Das Model eines Vierseithofes und viele landwirtschaftlichen Geräte zeigen die Arbeitswelt des Bauern.

Handwerk:
Eine ganze Reihe von handwerklichen Berufen werden mit ihren Erzeugnissen vorgestellt. Viele dieser Berufe gibt es heute nicht mehr.

Keramik:
Irdenes Geschirr aus dem niederbayerischen Kröning, einheimische Hafnerware und Fayencen aus Salzburg.

Bauernmöbel:
Ein qualitätsvoller Querschnitt von volkstümlichen Möbeln: Truhen, Schränke, Kommoden, Tische, Stühle und Wirtschaftsmöbel mit und ohne Bemalung.

Öfen:
Prächtige Rockokoöfen, Eisenblechöfen, Klassizistische Kachelöfen und Eisengußöfen aus Pfarr- und Gasthöfen sowie aus Bauern- und Bürgerstuben.

Volkskunst:
Eine Fülle schöner Dinge: Hinterglasbilder, Lebzeltermodel, Reliquienkreuze, Fatschen- und Loretokindl, Petschaften, Sparstrümpfe, Wachsarbeiten, Schmalzlerglasl, Strohintarsien, Porezellanbierglasdeckel und und und...

Römisches Mosaik u. a.
Eine vorzüglich wissenschaftlich aufgearbeitete Sammlung aus der Vor- und Frühgeschichte mit hervorragenden Exponaten.

Burgkapelle:
Frühbarocker Altar aus Adneter und Untersberger Marmor mit dem Altarbild "Der Engelsturz des St. Michael" von Johann Michael Rottmayr (1697) und Skulpturen von Michael Bernhard Mandl. In den Fensternischen Vortragestangen der Bruderschaften.

Schützenscheibe von 1660Wehrgang:
Er führt um die halbe Burg. Durch Schießscharten geht der Blick hinaus in´s Salzachtal bis hin zu den Salzburger und Berchtesgadener Alpen.

Heimatstube der Sudetendeutschen:
Sie steht unter dem Leitwort "Wechselbeziehung Bayerns zum böhmisch-mährischen Raum". Mit vielen einschlägigen Ausstellungstücken.

Öffnungszeiten: Das Museum ist nur mit Führungen zu Besichtigen. Diese sind täglich (außer Donnerstag) um 14 Uhr vom 1.Mai bis 30.September.

Information und Anmeldung von Gruppenführungen beim Städt. Verkehrsamt in Tittmoning: Tel: 08683/700710 Fax: 08683/700730


Burg Tittmoning

Beginn der Bauarbeiten 1234 als Verteidigungsanlage, zugleich aber auch als Symbol der Macht des Erzbischofs über seine Untertanen. Die Burg war bi um 1600 der Wohnsitz des Pflegverwalters. 1476 und 1540 Erweiterungen der Anlage. 1553 Errichtung des mächtigen Getreidekastens, 1590  Verstärkung der Anlage wegen drohender Türkengefahr. Nach 1614 teilweise Umbau zum Sommerschloss des Erzbischofs. 1324 durch Verrat und 1611 nach kurzer Belagerung, jeweils durch bayerische Truppen erobert. 1805 zerstörte ein Feuer einige Gebäude. 1816 erfolgte ein Verkauf in private Hände, die Stadt erwarb 1852 die gesamte Anlage zurück. In der Burganlage waren 1871 und in den beiden Weltkriegen Soldaten interniert, sie war KDF-Unterkunft, Jugendherberge und nahm Flüchtlinge auf.


Schlosskapelle St.Michael

Eine Kapelle bestand wohl schon im 13. Jahrhundert. Erzbischof Johann Ernst von Thun ließ 1694 einen Saalartigen Neubau mit den mächtigen Hochaltar aus Marmor ausführen. J. M. Rottmayr schuf 1697 das großartige Hochaltarbild mit dem Engelsturz in symbolischer Hell-Dunkel-Malweise.
Text von Dieter Goerge 


Stadtplatz

Mit ca. 300 m Länge, einer Breite von 30 m an der Süd- und 60 m an der Nordseite, trennt ihn der Stadtbach in zwei Teile. Auf der südlichen Hälfte befand sich eine mittige Häuserzeile mit der Katharinenkapelle und dem angebauten Stadtwachturm. Diese Häuser wurden nach dem Stadtbrand von 1571 aus Sicherheitsgründen nicht mehr errichtet. Die Katharinenkapelle mit dem Stadtwachturm blieb stehen und wurde erst 1816 abgerissen. Erst danach öffnete sich der Platz auf seine heutige Weite.

Nach dem Brand von 1571 erfolgte der Wiederaufbau aus Gründen des Feuerschutzes in der Inn-Salzach-Bauweise mit aufgezogenen horizontalen Giebelwandabschlüssen. Vom 17. bis 19. Jahrhundert erhielten die Fassaden ihr barockes und klassizistisches Gewand.

Ein besonderes Aussehen zeigt das Rathaus, das 1711 mit den Porträtbüsten von römischen Imperatoren nach italienischen Vorbildern verziert wurde. Sehenswert sind die Fassaden des Khuenburghauses, des Wägnerhauses mit dem schönen Erker (heute Sparkasse) und des Gasthauses "zur Post", das erst im Jahre 1900 die einheitliche Stuckfassade von Gasse zu Gasse erhielt.
Text von Dieter Goerge 


Stadttore und Mauern

Die Stadtmauer ist nahezu ganz in ihrer Bauart aus dem 14. und 15. Jahrhundert erhalten. In einem großen, fast gleichseitigen Dreieck umschließt sie den alten Stadtkern und die Burg. Die Basis verläuft parallel zur Salzach mit den Häusern am Stadtplatz. In der westlichen Spitze des Dreiecks befindet sich der Burgberg mit dem Schloß. Der Stadtplatz wird durch zwei Tortürme betreten. Im Norden ist es das Burghauser Tor, das mit dem steinernen Wappen des Erzbischofs Markus Sittikus geziert ist. Auf der Südseite ist das Salzburger oder Laufener Tor, dessen Schauseite das gemalene Wappen des Erzbischofs Antonius von Harrach schmückt.
Text von Dieter Goerge 


Skulpturen am Stadtplatz

Der Florianibrunnen war stets städtischer Hauptbrunnen. Eine neue marmorne Brunnensäule mit Florianfiguren wurde 1706 aufgerichtet. 1902 wurde das Brunnenbecken in Granitstein erneuert, wobei der bayerische Kronprinz Luitpold die bronzenen Wasserspeier und die Erinnerungstafel spendete. Am Springbrunnen mit der kleeblattförmigen Einfassung befand sich ursprünglich die städtische Roßschwemme, die 1889 zur Wasserreserve für Feuerlöschzwecke umgebaut wurde. Die Mariensäule ist 1758 aus der Hand des heimischen Bildhauers Johann Georg Itzlfeldner entstanden, gestiftet hat sie Johann Michael Wagner, Weinwirt und Ratsmitglied der Stadt. Direkt am offenen Stadtbach steht die Johannes Nepomuk-Statue. Nach einem frommen Gelöbnis von 1717 wurde diese zuerst auf einer kleinen Brücke an der Einmündung des Polnachbachs in die Salzach aufgestellt. Nachdem das Brücklein baufällig wurde, fand der heilige Wasserpatron 1850 an der Stelle des abgerissenen Stadtwachturmes eine neue passende Bleibe. Der Kapellbrunnen war einer der öffentlichen städtischen Brunnen und stand neben der heute abgebrochenen Platzkapelle. 1873 wurde er durch den Steinmetzmeister Georg Lehrberger in neugotischen Formen erneuert. Das 1881 errichtete Kriegerdenkmal des Amtsgerichtsbezirkes Tittmoning (1931 aufgelöst) ist ebenfalls von Lehrberger. Ein Prachtstück ist der aus Fragmenten zusammengesetzte Storchenbrunnen. Der Brunnengranter ist von 1789 und 1825. Die Adneter Marmorsäule von 1627 gehörte ursprünglich zum Floriansbrunnen. Die Figurengruppe ist um 1625 entstanden und stellt ein antikes Symbol dar, das uns der römische Schriftsteller Plinius erklärt. Der Kampf des Storches mit der Schlange wird durch ihn mit dem menschlichen Gewissenskampf zwischen Vernunft und Leidenschaft verglichen. 
Text von Dieter Goerge 


St.Laurentius Pfarrkirche

Ehemalige Kollegiatsstiftkirche. Erste Nennung 1189, als dem Frauenstift Nonnberg in Salzburg das Patronat über die Pfarrei mit seinem bestehenden fünf Nebenkirchen zugesprochen wurde. 1410 Grundsteinlegung des spätgotischen Gotteshauses, 1514 Einwölbung des Chores, 1534 Beginn des Turmbaus. Durch den Stadtbrand von 1571 teilweise zerstört, danach veränderter Wiederaufbau. 1670/71 aufsetzen einer Zwiebel auf den Turm, Innenausstattung im Barockstiel durch den Burghauser Maler Tobias Schinagl, dem aus Laufen gebürtigen und zum Hofmaler in Wien aufgestiegnen Johann Michael Rottmayr und dem Bildhauer Meinrad Guggenbichler. 1697 nördliche "hl. Kreuzkapelle" angebaut. 1815 verbrannte die barocke Inneneinrichtung und der Turmaufsatz. Wiederaufbau im klassizistischen Stil mit zwei Seitenaltarbildern von 1821 (Tod des hl. Joseph, Rosenkranzspende an den hl. Dominikus) des Clemens Evangelist della Croce aus Burghausen. An den Stirnseiten des Chorbogens zwei Ölgemälde von Cosmas Damian Asam von ca. 1720 aus der 1803 abgebrochenen Freisinger Korbinianskapelle am Weihenstephaner Berg. Die Bilder wurden 1817 durch en bayerischen König Ludwig I, nach Tittmoning geschenkt. Die Orgel stammt aus der demolierten Inseldomkirche von Herrenchiemsee und war ebenfalls ein Geschenk des Staates. An den Außenwänden der Kirche bemerkenswerte Grabstätten der Familie Wilhelmseder (Ölberggruppe), der Familie Wagner, das Epitaph der Familie Schleindl von 1631 mit den 15 Geheimnissen des Rosenkranzes. Interessant die Gedenktafel von 1466 über den Neubau des Kapellturmes am Stadtplatz durch Pankratz Paumann.
Text von Dieter Goerge 


Kirche Allerheiligen

Ehemalige Klosterkirche des Ordens der Augustiner-Eremiten, 1681 durch den salzburgischen Erzbischof Max Gandolph mit dem Kloster erbaut und 1683 eingeweiht. Die Kirche ist im "Salzburger Barock" in den Farben schwarz, weiß und golden errichtet. Hochaltarbild mit Darstellung des Heiligenhimmels, 1686 von Christoph Lederwasch aus Tamsweg. Der Altar wird von vier gewundenen Säulen getragen, seitlich stehen die überlebensgroßen Figuren des hl. Augustinus und seiner Mutter der hl. Monika. Die Seitenaltarbilder zeigen Maria Trost und Maria vom guten Rat. Gelungene Restaurierung von 1979 - 1983. Das Kloster ist 1806 aufgelöst worden. Nach der Profanierung diente das Gebäude als Volksschule. 1982 konnte dieser Teil restauriert, danach der Kindergarten und das Haus des Gastes eingerichtet werden
Text von Dieter Goerge 


Friedhof und Friedhofskapelle vor dem Laufener Tor

Nach dem Brand der Stiftskirche von 1815 erfolgte die Verlegung des Friedhofes vor das südliche Stadttor. Errichtung der Friedhofskapelle durch eine großzügige Spende des Handelsmanns Joseph Wagner sowie Aufbau der östlichen Teile der Friedhofsmauer aus den abgebrochenen Schießscharten der Stadtmauer. Weihe der Kirche 1821. Im inneren Altar aus dem Jahr 1625 vom Landshuter Bildhauer Hanns Dreysmich, der aus der abgebrochenen Katharinenkapelle des Stadtplatzes stammt.

Am östlichen Friedhofseingang neugotische Grabstelle für die Kinder des königlichen Landgerichtsaktuars Georg Wiesend von 1840/43. In der Friedhofsmitte der barocke Grabstein der Wachsbossierfamilie Cetto. Westlich der Friedhofskapelle Mausoleum der Familie Koch-Sternfeld von 1866.
Text von Dieter Goerge 


Maria Ponlach

Wallfahrtskirche in der romantischen Polnachschlucht, westlich der Burg. Den "Pon-Lach" (=Bann-Wald) gehörte im Mittelalter zur erzbischöflichen Burganlage, diente dem Pfleger zur Nutzung und durfte durch die Bürger nicht betreten werden. Nach 1611 änderte sich dieses. 1624 wurde eine bestehende hölzerne Kapelle durch einen Steinbau ersetzt. 1715 errichtete Johann Pattinger die heutige Kirche (geweiht 1717) mit den Kapellen am Hang und den verbindenden Wegen. Die Gewölbefresken schuf Adam Panhamber aus Tittmoning, den Hochaltar fertigte Thaddäus Baldauf aus Salzburg. Zwei Seitenaltäre die aus der kunstvollen Hand von J. G. Itzlfeldner stammen sind fromme Stiftungen.
Text von Dieter Goerge 


Plättenfahrt bei BurghausenPlättenfahrten

Die Plätten sind Nachbildungen der mittelalterlichen "platten" Salzkähne, mit denen das "weiße Gold" von Hallein und Bad Reichenhall salzachabwärts geschafft wurde.

Erleben sie die eindrucksvolle Fahrt durch eine reizvolle Flußlandschaft - vorbei an Wäldern, Kirchen und Mühlen.

Für Betriebsausflüge, Vereine, Reisegesellschaften eine bleibende Erinnerung an Stunden der Geselligkeit und Erholung.

Veranstalter: Stadt Burghausen vom Mai bis Oktober für Gruppen. Abfahrtsstelle ist Tittmoning und Anlegeplatz Burghausen. Fahrtzeit ca. 1 1/2 Stunden. Für Einzelpersonen finden vom Anfang Juni bis Mitte September jeden Sonntag öffentliche Fahrten statt. Anmeldung und Auskunft: Städt. Verkehrs- und Kulturamt 84489 Burghausen Stadtplatz Tel: 08677/2435  Internet: www.burghausen.de Mail: tourismusundkultur@burghausen.de  


 

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Stand: 26. September 2002