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A neier Bürgermeister für
Prien
Hätt´ mas glaubt?
(fw) 19.05.02 - Na, jetzt ist´s passiert! Der Lorenz, mit „nur“ 47
Prozent, muss geh´n! Nach 24 Jahr Amtszeit soid´s jetzt auf einmal vorbei
sein. Derweil hat´s doch nach der Erstwahl doch gar´ nicht so schlecht
ausg´seng.
Da Fichtl hat doch blos a paar Stimmen z´samma bracht.
Und da Lorenz hat noch g`sagt, bei So viel Kandidaten ist a Stichwahl
vorherzuseh´n. Und jeder hat glaubt, dass der Lorenz auf jedenfall die
Stichwahl g´winnt.
Jetzt
ist´s doch anders kemma . Die 47 Prozent reich´n halt nicht. Ich kann ma gut
vorstell´n, wie dene eanare Köpf jetzt rauch´n. Was ham ma woi falsch g´macht?.
Wo ham ma was vergess´n?
Bei´m Fichtl, mit 53 Prozent, wird ma aus dem Feiern nimma
raus kemma. Hät´ er das geglaubt, in der Stichwahl doch no soviel Punkte zu
sammeln? Das verteilen von Schokolade auf´n Supermarktparkplatz. War das doch
etwas mehr Bürgernähe. Hat ihn das noch sympatischer g´macht? Na, ja, ein
sympatischer Kerl is er ja schon, und jung ist er ja auch noch mit seine 42
Jahr. Das könn´t auch noch ein Grund sein.
Aber hat er das Zeug dazu, Prien für die nächsten 6 Jahr auf den
richtigen Weg z´bringa?
Lorenz, Lorenz! Ein paar Prozent z´wenig. Da stell´t sich
die Frag, woher kommen die Prozent nur. Waren es die ÜWG Wähler, die ihn im
Stich glass´n hab´n. Immerhin hat
die ÜWG bei der Erstwahl auch a paar Stimmen erreicht und g´sagt, dass
sie keinen Kandidaten bei der Stichwahl unterstützen werden. Allein die
Stimmenthaltung könnte einige Prozent ausmachen.
Hat der Fichtl doch ein besseres Konzept für die nächsten
Jahr? Vielleicht sind die Priener Bürger endlich soweit, neue Wege zu geh´n.
Frisch´n Wind in die Kommunalpolitik zu lassen. Ein neues G´sicht.
Es können aber auch die Unterschriften sein, die für das
Filmeck g´sammelt und unterm Tisch kehr´t worden sind. Immerhin zweitausendfünfhundert
Unterschriften sind ein Drittel aller Wähler von Prien. Wenn davon die Hälfte
nur Einheimische sind, dann können´s 17 Prozent sein. Wenn wiederum davon nur
die Hälfte Priener sind, dann haben wir 8,5 Prozent. Nimmt man noch die
Wahlbeteiligung mit ca. 58 Prozent, dann bleib´n immer noch ca. 4 Prozent, die
einem bei der Stichwahl Kopf und Krag´n kosten können.
Ich will hier nicht anmaßen, dass das Filmeck schuld am
Debakel ist und die Wahl entschied. Nein, aber auch kleine Besen kehren gut. Und
man soll´t vor allem eins nicht vergessen, was den Bürger wirklich
interessiert. Kino ist Kultur und Kultur ist für den Bürger ein Bestandteil
des normalen Leben´s. Sich nicht drum zu kümmern oder einfach als unwichtig zu
seh´n, könn´t ein großer Fehler sein.
Na, jetzt ist´s passiert und ich wünsch dem Lorenz noch a
langes Leb´n ohne der Politik im Kreis seiner Familie, und set´z alle Hoffnung
auf den Fichtl, dass er das was er verspricht auch in den nächsten sechs Jahren
erfüllt.
In diesem Sinne, nix für unguat!
Euer Chiemgauer
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