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Im Chiemgau gesehen Besuch
beim Schnaps-Brenner, Bauern und Blasmusikanten Sepp Obermüller in Dirnsberg
auf der Ratzinger Höhe
Der erste Arbeitsgang im
Herbst ist dann nach der Ernte das Mahlen des Obstes, ehe es in Gärgefäße
kommt und dort zwei Monate gärt. Die Hauptsorten sind Äpfel, Birnen und
Zwetschgen für einen Obstbrand. Außerdem gibt es noch vielerlei Zusatzkräuter
(und Geheimnisse) für spezielle Liköre. Die Maische, wie das gemahlene Obst
nach der Gärung heißt, wird noch weiterverarbeitet. Ehe es allerdings zum
richtigen Schnapsbrennen kommt, gilt es, dem Zollamt die aktuellen Bestandsdaten
zu vermelden und bestimmte Brenntage zu vereinbaren. Vor etlichen Jahren schuf
sich Sepp Obermüller einen neuen Kessel mit der sogenannten Brennblase an.
Darin werden die Maische-Mengen auf 75 Grad Celsius erhitzt, so dass es den
ersten Alkoholdampf gibt. Der absteigende Dampf wird im Kühler destilliert und
er kommt als Alkohol heraus. Damit ist der erste Schritt des Rohbrandes getan.
Der zweite Abschnitt verläuft im gleichen Verfahren und ist dann der sogenannte
Feinschnaps, der als hochprozentiger fertiger Schnaps verfügbar ist. Um ihn
trinkbar und ertragbar zu machen, wird der Feinbrand mit destilliertem Wasser
verschnitten. Alsdann gilt es, eine Lagerzeit von einem halben bis zu einem Jahr
einzuhalten, ehe es zur Abfüllung kommt. „Nicht alle Jahre haben wir einen
guten Ertrag. 2002 war es eher recht rar“ – so Sepp Obermüller, für den
ein gutes Schnapsjahr mit der Herbstsonne des Vorjahres beginnt. Für den
fertigen Schnaps hat er natürlich in erster Linie gute Stammkunden. Neue Kunden
gewinnt Sepp Obermüller auch von Spaziergängern, die sich in großer Zahl im
Wandergebiet der Ratzinger Höhe bewegen und vor seinem Haus den schönen
Ausstellungskasten bewundern. Das Schnapsbrennen ist das eine Hobby des seit sechs Jahren im Austrag befindlichen Bauern Sepp Obermüller. Sein zweites Hobby ist die Blasmusik. Auch wenn er sich heuer offiziell in den „Musikanten-Ruhestand“ innerhalb der Blaskapelle Prien nach 45 Jahren verabschieden ließ, so lässt er sich immer wieder gerne aktiv bei verschiedenen Veranstaltungen hören und er bleibt ein Freund der Blasmusik auch als Zuhörer. Gerne geht er mit der Blaskapelle Prien auf Reisen, so heuer bei der „Grünen Woche“ in Berlin und im Oktober vergangenen Jahres nahm er sogar die Strapazen einer überaus interessanten China-Reise in Kauf. „Alles zu seiner Zeit; die bäuerliche Arbeit im Austrag in Abstimmung mit der Familie ist während des ganzen Jahres seine Aufgabenstellung, das Schnapsbrennen ist im Frühjahr ein Schwerpunkt und die Blasmusik ist dazwischen immer wieder gerne gefragt“ – so Sepp Obermüller, der somit in sich einen sympathischen Dreiklang darstellt. Foto: Hötzelsperger
Evtl. Kontakt: Sepp Obermüller, Tel. 08051-2857 |
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werberingreport Stand: 26. September 2002 |