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Im Chiemgau gesehen

 Besuch bei einer Osterkerzen-Herstellerin im Priental
Bei einem vorösterlichen Besuch in Hohenaschau

Aschau (hö) – Bei einem vorösterlichen Besuch in Hohenaschau bei Christl Diwischek erzählte diese über ihre Arbeit in Zusammenhang mit der Herstellung von Osterkerzen, die am Osterfeuer entzündet werden und ein Jahr lang in der Kirche ihren ganz speziellen Dienst tun. Als ausgebildete Lehrkraft für Musik Christl Diwischek mit der Osterkerze 2002 für die Pfarrei Aschau.und Kunsterziehung an bayerischen Realschulen fand sie vor allem über die Orgel, einem ihrer Hauptfachinstrumente, den Zugang zu kirchlichen Aufgaben. Als Organistin in Aschau und Frasdorf und als derzeitige Chorleiterin des Kirchenchores von Bernau, ist die inzwischen freiberuflich tätige Musikerin sehr mit dem Kirchenleben verbunden. Zu all den musikalischen Aufgaben bietet die künstlerische Beschäftigung mit der Herstellung von Kerzen den passenden Ausgleich.Entzündung der Osterkerze am Osterfeuer. (Foto: Eva Studena)

Begonnen hat es vor zehn Jahren, als Pfarrer Gottfried Leibl aus Sachrang zum Priesterjubiläum eine Kerze bei Christl Diwischek bestellte. Daraufhin folgten weitere Aufträge für die Kirchen von Aschau und Frasdorf. Durch den Kontakt zu einem tschechischen Diakon hatte sie auch die besondere Gelegenheit für Kirchen in Prag, Böhmen und Mähren tätig zu werden. Zu ihrer Kerzenvielfalt gehören Hochzeits-, Kommunion-, Tauf-, Geburtstags-, sowie Weihnachts-Kerzen.

Großen Wert legt Christl Diwischek allerdings darauf, dass ihre Arbeit weder von ihr noch von ihren Auftraggebern als kommerzielles Engagement für die Kirche gesehen wird. Aus diesem Grunde nimmt sie auch nicht viele Aufträge an, sondern nur jene, die sie entsprechend dem Jahreslauf zeitlich in ihrer Freizeit auch verwirklichen kann.

So ist sie jetzt vor Ostern wieder vor die Aufgabe gestellt, neue Motive für die großen Kerzen zu gestalten. Diese können zwar individuell und künstlerisch gemacht werden, doch gibt es einige „Rahmenbedingungen“. Als Symbole sind das Kreuz, die Jahreszahl und die Buchstaben Alpha und Aschauer Kommunionkinder nach einem erfolgreichen Kerzenbasteln.Omega (Anfang und Ende) mehr oder weniger vorgegeben. Das Motiv sollte das Thema Auferstehung beinhalten, denn die Osterkerze wird zu Beginn der Liturgie im Freien am Osterfeuer entzündet. Die Kerze ist etwa einen Meter lang, hat einen Durchmesser von ca. 10 Zentimeter und wiegt etwa 5 Kilogramm. Die heurige Kerze für Aschau ist mit einem Lebensbaummotiv gestaltet worden. Dafür verwendet die Künstlerin Material von gefärbten Wachsplatten. Aus Wachsresten werden von ihr immer wieder neue Farbtöne im Backofen auf Butterbrotpapier selbst gemischt. „Farbkombinationen sind wirkungsvoller als einfarbige Motive“ – so Christl Diwischek, die vor allem Rot als die Symbolfarbe für Liebe und Gold als die Symbolfarbe für das Göttliche gerne verwendet. Die Osterkerze brennt von Ostern bis Pfingsten zu jedem Gottesdienst in der Kirche. Während des Kirchenjahres wird sie dann bei allen Taufen und Beerdigungsgottesdiensten sowie bei Hochzeiten und Lichterfesten im Jahreslauf angezündet. Seit 1993 leitet Christl Diwischek Kurse für die Aschauer Erstkommunionkinder, bei denen diese ihre eigenen Ideen für ihre ganz persönlichen Kerzen umsetzen können und mit dem Material Wachs neue Erfahrungen sammeln.

Mit ihrem Wirken möchte Christl Diwischek einen kleinen Beitrag für ein helleres Kirchenleben leisten. Für die Kirchenbesucher wiederum ist es schön, wenn sie eine mit Hand und individuell gefertigte Osterkerze sehen und wenn sie wissen, dass auch diese ihre eigene Geschichte haben kann.

Text und Fotos: Hötzelsperger

 

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Stand: 26. September 2002