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Im Chiemgau gesehen
Kleinod
in Aschau-Egerndorf ein vielbesuchter Ort für Wanderer und Gläubige
Rund
6.000 Kerzen in drei Monaten werden benötigt
Aschau
(hö) 28.05.02 - Dort wo Aschau im
Süden in Richtung Frasdorf endet, in Egerndorf Nummer 10, ziert seit 14 Jahren
eine kleine Kapelle das Dorf. Das Kleinod ist längstens kein Geheimnis mehr.
Wie Wolfgang Fischer als Erbauer informierte, kommen ganzjährig zahlreiche
Wanderer und Glaubensbekenner entlang des Weges, um sich des stets offenen und
einladenden Bauwerkes zu erfreuen. „Im Laufe von drei Sommermonaten brauche
ich schon um die 6.000 Kerzen, die von den Leuten in der Kapelle angezündet
werden“, diese respektable Zahl zeigt, dass sich die Entscheidung vor fast 15
Jahren zum Bau der Kapelle als richtig erwiesen hat. Doch ganz so einfach war es
nicht mit dem Kapellen-Bau. Wie Wolfgang Fischer mit etwas Stolz erzählt, war
insbesondere das Landratsamt nicht mit allen Ideen und Vorschlägen
einverstanden. Einen richtigen Plan hat es auch nicht gegeben. „Ich habe im Frühjahr
angefangen und alles aus dem Kopf gemacht. Mein Plan war im Kopf und als ich
anfing ging es unaufhörlich bis zum Bauende im Oktober desselben Jahres
dahin“, so der eigenwillige Bauherr, der als gelernter Maurer und als
gekonnter Schreiner in allen Bereichen selbst Hand anlegte. Lediglich bei den
besonderen Anfertigungen für die Fenster erfuhr er Hilfe. Die Tochter eines
befreundeten Glasermeisters machte damit ihr Meisterstück, das auf diese Weise
noch vielen Leuten zu deren Freude zugänglich gemacht wurde und heute noch
Bewunderung erfährt. Das viele Kommen und Schauen der Leute ist für Wolfgang
Fischer und seine Familie überhaupt keine Belästigung. Im Gegenteil: die
Freude an der Kapelle mit anderen Leuten zu teilen war eines der Ziele, die man
mit dem Bau ins Auge fasste. Viele Gespräche mit den Wanderern zeugen davon,
dass die Kapelle ein breites Anliegen in der Bevölkerung erfüllt. Die Fischer-
oder Marien-Kapelle, wie das kleine Bauwerk genannt wird, dient auch einmal im
Jahr für eine Maiandacht oder als Ziel für die Kommunionkinder. Im übrigen
hat Wolfgang Fischer nicht nur seine helle Freude mit dieser Kapelle, sondern
auch noch mit einer ganz anderen Kapellenart. Er ist nämlich seit einigen
Jahren recht erfolgreicher Leiter der Aschauer Jugendblaskapelle. Zuweilen
komponiert er auch einige neue Stückl für den musikalischen Nachwuchs im
Priental. „Die Noten für die Blasmusik wurden und werden mir immer wieder
geradeso eingegeben wie damals die Einzelheiten für den Kapellenbau“, so
Wolfgang Fischer, der mit beiden Kapellen sicht- und hörbar Freude hat und
damit auch Freude bei Freunden bewirkt.
Foto:
Berger
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