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Im Chiemgau gesehen
Rosenheims
erster Krippenbaumeister kommt aus Bad Endorf
Zwei Jahre war Hartmannsgruber Mitglied im österreichischen
Krippenbauverein ehe er für die Meisterpüfung zugelassen wurde. „Bei uns im
Rosenheimer Land und Umgebung bestehen zwar Krippenbauvereine, aber diese
schauen mehr und sie bauen weniger“, so der Meister, der es bislang schon auf
insgesamt 47 Krippen im heimatlichen oder orientalischen Stil gebracht hat.
Durchschnittlich werden 60 bis 80 Stunden an Freizeit notwendig, um das
entsprechende Werk zu vollenden. Seit seinem 15. Lebensjahr hat der heute 39jährige
Kontakt zu Krippen. Bei einer Ausstellung in Teisendorf wurde er erstmals und
ernsthaft angesprochen: „Du hast Talent, Du musst mehr machen aus Deinen
Fertigkeiten“. Dies war auch der Beginn, dass sich Adalbert Hartmannsgruber für
eine Schule entschied, die es in Bayern nicht gibt, die aber für ihn im österreichischen
Innsbruck recht interessant war. Vier Jahre dauerte diese Schule und sie kostete
zweieinhalb Tausend Euro. „Das war mir der Meisterkurs wert“, so Adalbert
Hartmannsgruber, der einer von jenen acht Leuten war, die den
Meisterkurs bestanden. Nun gilt es für ihn, die Kenntnisse so zu
vermitteln, dass das Krippenbauwesen wieder Aufschwung gewinnt. So zählt für
ihn das zehnte der Krippenfreunde-Gebote zu den wichtigsten. Es lautet:
„Erfahrungen und Entdeckungen auf dem Gebiet des Krippenbaues sollen
mitgeteilt werden. Krippenfreunde sollen nie Geheimniskrämer sein, gilt es ja
doch der großen edlen Sache der Krippenverehrung, also einem Laienapostolat“.
In diesem Sinne bietet Hartmannsgruber zur Vorweihnachtszeit Kurse an. Dabei erlernen die Schülerinnern und Schüler Grundthemen des Gelände- und Landschaftsbaues, den Unterschied zwischen heimatlichen und orientalischen Krippen, die Anwendung der verschiedenen Materialien, die Einbindung von Naturstoffen und die Handhabung leichter Werkzeuge. Treffpunkt ist all-samstaglich bei der Schreinerei Reinthaler, weil dessen Chef Michael Reinthaler selbt von der Krippen-Herstellungs-Euphorie angesteckt worden ist. „Bei der Prüfung vor einem halben Jahr war ich der einzige Bayer, der Rest der Prüflinge kam aus Österreich und aus Liechtenstein“ – erinnert er sich. In Bad Endorf ist Adalbert Hartmannsgruber kein Unbekannter mehr. Seine Kurse sind zwar immer ausverkauft, seine Krippenwerke finden schon lange vor Vollendung ihren Besteller, aber er ist über das Geschäftliche hinaus ein praktischer Befürworter für sinnvolle Freizeitgestaltung. Viele Leute schauen ihm gerne über die Schultern und noch mehr erfreuen sich seiner handwerklichen Ergebnisse. „Nicht Schauen, sondern Bauern“ – so lautet die Devise von Adalbert Hartmannsgruber. Fotos: Hötzelsperger
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derChiemgauerreport
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werberingreport Stand: 26. September 2002 |