Schloss Herrenchiemsee

Schloß HerrenchiemseeKönig Ludwig II. von Bayern, der 1864 im Alter von 18 Jahren den bayerischen Thron bestiegen hatte, zog sich nach den Enttäuschungen der ersten Regierungsjahre mehr und mehr von der Welt zurück. Während er sich in den wenigen Tagen seines jährlichen Aufenthalts in München ganz der Bühne seines Hoftheaters hingab, erfand er fern von der ungeliebten Hauptstadt immer neue Schauplätze für die Bühne seines Lebens: die »Traum-Schlösser« Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee. Das Gemälde von Georg Schachinger zeigt Ludwig II. im Ornat des Georgi-Ritterordens. Das Bildnis wurde erst 1887 vollendet, nach dem tragischen Tod des Königs im Starnberger See am 13. Juni 1886.

LatonabrunnenDer vielleicht größte — und kostspieligste — Traum, den sich Ludwig II. erfüllte, war ein eigenes »Versailles«, nachdem er das ihm aus Büchern und Theatervorstellungen vertraute Schloss 1867 und 1874 bei seinen Reisen nach Frankreich besichtigt hatte. Schon das kleine Schloss Linderhof bei Ettal ließ der König im Stil der französischen Hofkunst ausstatten. Hier in der Umgebung von Linderhof plante er auch zunächst sein neues »Versailles«. Doch 1873 erwarb er die Insel Herrenwörth im Chiemsee, wo schließlich nach jahrelanger Vorbereitung am 21. Mai 1878 der Grundstein des Neuen Schlosses gelegt wurde. Die auf Wunsch des Königs immer größere Dimensionen annehmenden Pläne des Architekten Georg Dollmann hatten inzwischen die Ausmaße des Vorbilds erreicht: Die Gartenfassade von Herrenchiemsee ist eine genaue Kopie der Gartenfassade von Versailles.