Schloss Marquartstein

Die frühe Geschichte dieses Platzes sänge sich gut als Moritat. Ein Marquart, von den Chiemgaugrafen herstammend, baute auf einem Ausläufer des Hochgern, der ins Achental hereinzieht, eine Burg. Er wurde oben am Schnappen meuchlings ermordet. Schloss und Herrschaft wurden hin und her geerbt. Die Kärntner waren im Spiel, die Kraiburger und auch die Ortenburger. Erlauchte Häuser jener Zeit. Zuletzt aber legte wieder der Wittelsbacher die Hand drauf. Und das Achental war herzoglich niederbayerisch. Marquartstein wurde Sitz eines Pfleggerichts, das vom Chiemsee bis zur weißen Traun, von der Tiroler Grenze bis an die Herrschaft Aschau reichte.

Auf dem Schloss wechselten dann die Besitzer noch oft. Nachgeborene Herzöge, Freiherren, Barone, immer weiter ging's runter; Landschulheim, Weinklause, Café und Sitz eines Antiquitätenhändlers. Letzteres passt wenigstens.

Das Dorf unten am Schloss rühmt sich des Marquart und auch des Dr. Richard Strauss, der gegenüber dem Schloss wohnte und komponierte. Dieses Dorf hieß Leutshausen. Jetzt heißt es großtuerisch Marquartstein. Den Leuten passte nicht mehr, dass —wie der Ortsname sagt dort die Leut` hausten.

Was wär` das auch für den Fremdenverkehr. Also heißt der Haufen aus Wirts-, Siedlungs- und Ferienhäusern Marquartstein.