Schloss Staufeneck

Burg Staufeneck und die Nordwand des HochstaufenDer bayerische Herzog hatte seinerzeit den Salzburger Bischof auch am Staufen großzügig mit Höfen und Land bestiftet. Der so Begünstigte war aber Priester. Die grobe Arbeit, nämlich Gerichtsbarkeit und Vogteirechte, sollten weltliche Herren ausüben. Das wurden für die Gegend am Nordanhang des Hochstaufen die Grafen von Plain. Sie bauten eine Burg Staufeneck.

Als die Plainer ausstarben, zog der Herzog aus Landshut-Niederbayern die Grafschaft ein. Nach 1300 kaufte der nahe Bischof, inzwischen war Salzburg ein selbständiges Reichsfürstentum geworden. den Platz Staufeneck. 1513 baute Salzburg das Schloß neu, etwa sowie es heute noch dasteht. Die Salzburger Fürsten brachten darin das Pfleggericht unter, ließen fragen, foltern, rechtsprechen, strafen.

Nach Auflösung der geistlichen Fürstentümer fielen das Schloss Staufeneck und die Herrschaft wie der an Bayern. Staufeneck wurde Forstamt und dann schließlich Privateigentum und Objekt des üblichen traurig stimmenden Handels mit Relikten der Historie.

Staufeneck steht pittoresk am Waldhang, der zum Staufen hinaufzieht, meist im Schatten. Sein freudloses Bild passt gut zu dem Gedanken des Bayerischen Nationalmuseums, hier ein Museum der Jurisdiktion einzurichten, mit Folterwerkzeugen und Henkerbeil.