Alpine Moorgesellschaften beim Geigelstein

Im Karkessel westlich der Priener Hütte (1400 m) liegt ein interessantes Verlandungs-Zwischenmoor mit benachbartem alpinen Hochmoor. Es handelt sich um flache Schlenkengesellschaften, die von trockenen, terrainbedeckenden Hochmoorflächen eingesäumt werden. Wasserabflußrinnen und eine eigentümliche Randzone fallen auf. Das trockene Hochmoor geht allmählich in den Borstgrasrasen auf festes Gestein über. Man kann nicht von einem eigentlichen Hochmoor sprechen. Es liegt auf abschüssigem Gelände und läuft ständig aus, so dass eine normale Entwicklung nicht möglich ist. Die Torfschicht wird nach innen schnell trocken.

In diesem Zwischenmoor finden sich Blumenbinse, Seggen, Rundblättriger Sonnentau, Schmalblättriges Wollgras, Sumpf-Veilchen, Fieberklee und mehrerlei Moose.

Im randlichen Hochmoor stehen eigentliche Hochmoorgewächse, erkennt der Wanderer das Scheidige Wollgras, Alpenlattich, Wacholder, Honiggras und Tannenbärlapp. Im trockenen Moorteil findet er Heidelbeere, Preiselbeere und Moosbeere.

In den Hochmoor-Abflußrinnen und dem Auffangbecken wachsen Schlammkraut, Sumpfdotterblume, Bitterklee, Sumpf-Veilchen, Gelbe Segge und Quellriet.

Braun leuchten die Moore im dunklen Waldland der Chiemgauer Alpen. Nicht nur draußen vor den Bergen, vom Inn bis hinüber zur Saalach, auch tief drin in den Tälern, z. B. beim Weitsee und Lödensee zwischen Dürrnbachhorn und Kienberg, auch inmitten der Bergwälder und auch droben in den Hangmulden unter den felsigen Gipfeln.

Die Moore geben unserem Alpenrandgebirge jene Stimmung, von denen Maler und Schreiber schwärmerisch berichten, jene Natur, welche die Schützer mit allem Engagement zu erhalten versuchen.