Flachmoore beim Bärnsee

Bärnsee bei AschauIst in einer Moorlandschaft die Torfbildung zum Abschluss gekommen, so bleibt als vorläufiges Endstadium die mehr oder weniger vom Grundwasser durchnässte Streuwiese übrig. Die jährliche Mahd verhindert die Weiterentwicklung zum Moorwald. Ein treffliches Beispiel solcher voralpenländischen Streuwiesen, wegen ihres vielgestaltigen und farbenprächtigen Pflanzenbildes berühmt, sind die Bärnseemoore. Die Flachmoorgewächse verdanken dem nährstoffreichen Grundwasser ihr Dasein, im Gegensatz zu der vom Regenwasser gespeisten Hochmoorvegetation.

In der reich bewegten Stirnmoränenlandschaft des Priengletschers bei Niederaschau liegt in voller landschaftlicher Schönheit der Bärnsee. In seiner Verlandungszone breiten sich gut erhaltene Nieder- und Zwischenmoore aus. Ausgedehnte Schwingrasen am Seeufer zeigen den Verlandungsvorgang. Im Norden des Sees gibt es interessante Zwischenmoor-Flächen mit bemerkenswerter Vegetation und anschließendem Hochmoor-Latschengürtel.

Vom westlichen Hangwald her hat sich der Blaue Eisenhut ins Moor vorgewagt und bildet hier einen ungewöhnlichen Standort. Im Zwischenmoor findet man alle drei Sonnentau-Arten, im feuchten Torfschlamm wuchert der Sumpf-Bärlapp. Unter den fällt die Sommerdrehwurz mit ihren schraubenförmig angeordneten Blütenständen. Ihre Blüten öffnen sich von unten nach oben. Jeden Tag blüht eine neue Knospe auf. Sie bleibt eine ganze Woche frisch und erwartet den Besuch von Bienen und Hummeln. Diese lassen sich zuerst auf der untersten Blüte der Ähre nieder, dann steigen sie wie die Spechte in Schraubenlinien empor, und dieser Vorliebe hat sich die Pflanze durch Drehung ihrer Blüten in eine Spirallinie angepasst (Bertsch).