Heimatmuseum in Prien

Heimatmuseum1913 gründeten der Apotheker Dr. Paul Weinhart und der Hauptlehrer Lorenz Hertinger das Heimatmuseum. 1939 zog es in ein ehemaliges bäuerliches Anwesen (erbaut im 17. Jh.), nach seinem einstigen Besitzer »Mayr Paul« benannt, ein. Vollständig eingerichtete Zimmer wie Bauern- und Austragstube, Schlafkammer, Kuchl und Speis vermitteln Aspekte der bäuerlichen Kultur des 18. und 19. Jahrhunderts. Andere Räume stellen mit Schuster-, Weber- und Wachszieherwerkstätten das örtliche Handwerk dar. Netze, Reusen und andere Fanggeräte geben einen Einblick in die Geschichte der Chiemseefischerei. Ein interessantes Stück stellt der 1911 bei Ausgrabungen in Prien gefundene Torso eines alten Einbaums dar. Neben Gewändern des Biedermeier ist die Priener Tracht, darunter besonders die verschiedenen Hüte, sehenswert. Hinterglasbilder, Andachtsgegenstände und Votivgaben zeugen von der volkstümlichen Frömmigkeit.

SchusterwerkstattLangsam nähert man sich durch das Bauerngartl, vorbei am Hausbaum, der Linde, am plätschernden Brunnen, an den üppigen Blumen und Küchenkräutern. Durch die prächtige Haustüre gelangt man in den "Fletz". Rechter Hand liegt die Bauernstube, reduziert auf das Wesentliche und doch so gemütlich. Karger gibt sich die „Austragstube", der Wohnort des alten Bauernpaares, das seinen Hof geordnet an die Kinder übergeben hat. Geprägt von Frömmigkeit und Andenken an ein langes, hartes Leben. Die Schlafkammer beherbergt ein Bett von 1700, mehr prächtig als bequem, und einen passenden Schrank mit Abbildungen der wichtigsten Heiligen für den Hausgebrauch.
In Kuchl und Speis, wo das Feuer nie hat ausgehen dürfen, findet man große Reichtümer an Hausrat vom irdenen Geschirr bis zum Fliegenfangglas. Ein Raum ist der Chiemseefischerei gewidmet, ältestes Exponat der über 2000 Jahre alte Einbaum, der in der Priener Ortsmitte aufgetaucht ist. Schnell noch aufgezählt, was es außerdem zu entdecken gibt: das Weber- und das Bürgerzimmer, Biedermeierzimmer und Wachszieherei, Schusterei und Sakrales und schließlich viel Raum für die Chiemseemaler: "Bären und Löwen" tummeln sich hier, "Die Welle" schlägt hörbar an die historischen Mauern. Wer Geschichtsforschung mit bester Unterhaltung verbinden will, besucht einen der Brauchtumsabende mit Siegi Götz im großen Kursaal oder im Heimatmuseum. Land und Leute, Jahresablauf, kirchliches und weltliches Brauchtum, Musik, Gesang und Tanz der Region rund ums "Bayerische Meer" werden, abseits von Kitsch und Kommerz, dem Gast zu Auge und Ohr gebracht.

Das Herz des Heimatmuseums ist das Trachtenzimmer, ein Charivari aus 1600, ein Schrank voller bäuerlicher Aussteuer, der "Preaner Hut", der die Goldstickerei unterm Rand trägt.

Öffnungszeiten: April bis Oktober Di. - Fr. 10Uhr bis 12Uhr und 15Uhr bis 17Uhr Sa. 10Uhr bis 12Uhr November bis März nur Dienstag und Freitag geöffnet.

83209 Prien am Chiemsee Valdagnoplatz 2 Tel: 08051/690542 od. 69050 Fax: 690540
www.museen-in-bayern.de/Prien-Heimatmuseum.htm