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Geologische Entstehungsgeschichte

 

Vor 285 Millionen Jahren
Muschelkalk und Korallenstöcke
Flüsse brechen durch Kalkbarrieren
Haselgebirge
Beispiel Prien
Geologische Beschreibungen
Trias
Jura
Kreide
Teritär
Quartär

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Vor 285 Millionen Jahren

Die Chiemgauer Alpen sind ein geologisches Durcheinander. Das macht ihr Bild abwechslungsreich und da und dort so phantastisch. Diese Höhenzüge und Bergstöcke am Nordrand der Kalkalpen bestehen aus Material sehr verschiedenen Alters. Schmale, kantige West-Ost-Kalkzüge liegen zwischen sanften Schiefer- und Mergelrücken.

Alle Gesteinsschichten des alpinen Mesozoikums sind hier beisammen. Da gibt es alpinen Buntsandstein aus dem Trias, Muschelkalk, Partnachschichten. Wettersteinkalk, Dolomit, Kössener Mergel und Oberrätkalk bis zu den jungen Jurakreideschichten. Alle diese Schichtgesteine der alpinen Formationen des Chiemgauer Raumes sind einst in der Nähe der Nordküste eines warmen alpinen Mittelmeeres abgelagert worden. Vor etwa 285 Millionen Jahren fing das an.

Zwei Faktoren trugen in der geologischen Entwicklung zur wesentlichen Unterscheidung der Kalkvoralpen gegenüber den Hochalpen bei:
Erstens die geringen Mächtigkeiten der geologischen Schichten. Was in den Kalkhochalpen steht,
war oft 1000 Meter dick aufgewachsen. Was hierin den Kalkvoralpen ist, hat selten mehr als 150 Meter.
Zweitens die ungleich stärkere Faltung und Störung der Gesteinsverbände. Die schmächtigeren und weicheren Schichtpakete der Kalkvoralpen konnten dem Faltungsdruck weniger standhalten als die mächtigen starren Felsblöcke der Kalkhochalpen. Die Faltenzüge sind an diesem Nordrand der Alpen stark gequält und vielfach gestaucht.

Die Gebirgsbildung hat vielleicht vor etwa 140 Millionen Jahren begonnen und etwa 60 Millionen Jahre gedauert. Gewaltige Decken schoben sich übereinander. Die am nördlichsten liegende Decke mit einem schmalen, stark gepressten Faltenzug säumt den Nordrand der Kalkvoralpen. Über sie schob sich von Süden her eine nächsthöhere tektonische Einheit mit gleichmäßigerem Faltenbau im West-Ost-Verlauf. Eine weitere Decke, die sogenannte tirolische Einheit legte sich noch mal obenauf. Ein Wettersteinkalkzug kennzeichnet die Stirn dieser Decke vom Pendling über Hochschartenwand und Hochkienberg und Rauschberg bis zum Staufen hinüber. Der dieser Front nördlich vorgelagerte Wettersteinkalkzug der Kampenwand stellt eine intensivere Auffaltung älterer Triasschichten dar. Der Hauptdolomitenzug von Geigelstein und Hochplatte bis zum Hochfelln bildet ihre Ränder. Das alles ging sehr langsam, und der Vorgang dauert womöglich heute noch an. Indes haben aber Frost, Wind und Wetter und die Arbeit des Eises der ehedem vielen großen und kleinen Tal- und Kargletscher das Bild der Voralpenlandschaft so gestaltet, wie wir sie heute wechselvoll vor uns haben.


Muschelkalk und Korallenstöcke

Die Kampenwand hat eine ganz andere Form als die Hochplatte daneben. Daran sieht man schon vom Tal aus, dass dies zwei grundverschiedene Berge, aus unterschiedlichem Material gebaut, sein müssen. Tatsächlich stammen sie aus verschiedenen Zeiten der Erdgeschichte. Steht man oben auf der Kampenhöhe oder östlich der Steinlingalm, wiederholt sich dieses Schaubild noch drastischer am Gegensatz der steilen rauhen Gipfelfelsen der Kampenwand im Vergleich zur ebenmäßigen Form des Sulten. Der Sulten besteht aus sprödem Hauptdolomit, der leicht zerbricht und an der Oberfläche des Berges zu Schutt zerfällt. Allmählich bekommt ein solcher Berg die ebenmäßige mathematische Form eines Kegels oder einer Pyramide. Die Gesteine stammen zwar alle aus der Triaszeit, aber das Hauptgestein des Suiten ist jünger und setzt sich anders zusammen als das von Kampenwand und Gedererwand.

Die auffallenden gipfelbildenden und wandformenden Gesteine der Chiemgauer Alpen stammen zum größten Teil aus dem Trias.

Reifelberge
Die Reifelberge vom Gipfel des Sonntagshorns.


Haselgebirge

In unsere Kalkberge sind salzführende Gesteine des Perm und der Trias eingepackt. Man nennt sie Haselgebirge. Im warmen Urmeer entstanden vor vielleicht 300 Millionen Jahren im Meeresboden Untiefen. Sie trennten Meeresbuchten des alpinen Mittelmeeres ab. In diesen Lagunen verdunstete mehr Wasser als frisches zugeführt wurde. Die Konzentration der Meersalze stieg, die Salze kristallisierten. Zuerst fielen die schwerlöslichen Karbonate aus Kalk lagerte sich am Beckengrund ab. Dann schied schwefelsaures Gestein in Form von Gips und Anhydrit aus. Danach sank Steinsalz zu Boden, und zuletzt noch sanken die leicht löslichen Kalisalze. Dieser Abscheidungsprozess erstreckte sich über Millionen von Jahren.

Später wurden diese Ablagerungen tiefer versenkt und mehrfach überdeckt. Nun sind sie eingepackt in andere Sedimentgesteine und liegen als Haselgebirge im Inneren unserer Berge.
Süßwasserquellen aus der Tiefe des Lattengebirges und der Gmainer Höhen laugen die Steinsalzlager aus, und bei Reichenhall am Fuße des Gruttenstein treten dann in unserer Zeit Solequellen aus.

Die permo-triasischen Salz- und Solelagerstätten im Raum Berchtesgaden und Reichenhall sind die einzigen Salzlagerstätten, die in Bayern abgebaut werden. Sie sind Teil einer am Nordrand der Kalkalpen zwischen dem Salzkammergut und Innsbruck gelegenen schmalen salzführenden Zone, die als Alpines Salinar bezeichnet wird. Dieser salzführende Bereich ist nicht eine zusammenhängende, gleichförmige und großflächige Lagerstätte, sondern eine Kette von nicht miteinander verbundenen einzelnen Steinsalz- und Gipsaufbrüchen.

Schaubild 1

Schaubild 2


Flüsse brechen durch Kalkbarrieren

Von Süden graben sich 5 Flusstäler durch die letzte Barriere der Alpen hinaus ins Flachland: die größten begrenzen das Gebiet der Chiemgauer Alpen, der Inn im Westen und die Saalach im Osten. Dazwischen fließen die Prien, die Ache und die Traun in engen, tiefeingeschnittenen Tälern durch unser Bergland nach Norden zu den Ebenen.

Beispiel Prien

Ein Seitenarm des Inngletschers drängte vor etwa 25000 bis 20000 Jahren vom Rand des Kaisergebirges durch das ganze Priental nach Norden hinaus. Manche nennen diesen Eisstrom den Aschauer Gletscher. Er vereinigte sich nördlich von Aschau wieder mit dem Inn- und Chiemseegletscher. 500 m hoch war das Eis. Es führte ungeheure Mengen Gesteinsmaterial mit, vom kleinsten rundgeschliffenen Kieselstein bis zu riesigen Felsblöcken. In den angrenzenden kalten Wäldern lebten Mammut, Höhlenbär und Auerochs. Als das Klima wieder wärmer und freundlicher wurde, schmolzen die Gletscher, und ein reißender Fluss grub sich tief und immer tiefer in den Grund. Die Prien bildete ein Trogtal aus, deren terrassenförmige Ufer man bei Bach noch gut beobachten kann. Die Pflanzen- und Tierwelt ging allmählich in die heutigen Formen und Zusammensetzungen über. Wo die Gletscher abschmolzen, blieben Berge von Schotter liegen. Es entstanden ganze Hügelketten. Sie prägen das Bild unserer Moränenlandschaft, z. B. zwischen Bernau und Frasdorf. Wo die Gletscher über Felsen und Gesteinblöcke hinwegglitten, wurde das Gestein geglättet. Es entstanden die Gletscherschliffe, die wir heute bestaunen. Im Schulgarten zu Niederaschau liegen zwei große, schön geschliffene Steine, die beim Bau der Autobahn 1935 bei Leitenberg ausgesucht und nach Aschau gebracht wurden. Die Steine heißen beim Volk einfach die Leitenberger. Es sind Kalksteine aus dem Trias, aus dem Jura wer weiß, von wie weit her durch das Inn- oder Priental gekommen.

Karte

1 TRIAS
(überwiegend fossilarm)

Muschelkalk: Hellgraue Kalke mit unregelmäßig geformten, wulstigen Erhöhungen, sogenannten Wurstelbänken. Auch dunkle, grauschwarze Kalke mit Gehalt an Bitumen. Sie sind fast frei von Versteinerungen. Selten eine Schichtung. Als Baustein geeignet. Auch Bildhauer arbeiten mit Muschelkalk. Bildet steile Wände. Zum Beispiel an der östlichen Prienseite unterhalb der Überhängenden Wand in Richtung Kampenwand. Auch der Raffen östlich der Kampenwand und der Fuderheuberg am Staufen sind Muschelkalk.
Fundorte: Südsporn des Finkenbichels bei Bach, Steig von der Huberalm zur Scheibenwand, Moserbichl, am Aufstieg zum Laubenstein und Zellerhorn.

Wettersteinkalk: Er schließt sich oft an Muschelkalk an. Weißgelblich. In den oberen Partien ist das Gestein fast weiß. Dicht, massig, ungeschichtet. Eignet sich wenig als Baustein; stellenweise erzführend; Arz(t)grube auf der Kampenwand lieferte Roteisenerz. Bildet schroffe Wände und Steilabstürze. Nördlicher Teil des Burghügels Hohenaschau. Riesenberg N-Hang, Überhängende Wand, Scheibenwand, Kampenwand. Gedererwand (eisenerzführend), Hochscharten, Gurnwand, Hörndlwand, Rauschberg, Zwiesel und Staufen, Sonntagshorn.

Raiblerschichten: Enthalten vor allem Mergel und Sandsteine von grauer, grünlicher Farbe; auch als schwärzliche und löcherige Rauhwacken.
Fundorte: Südseite des Burghügels Hohenaschau, Staffelstein, Grundstock der Kampenwand, Schlechtenberger Alrn, Sandwand westlich Hochenaschau.

Hauptdolomit: Hauptdolomit: Grau bis braun, spröde, brüchig; riecht, wenn angeschlagen, nach Bitumen. Verwittert zu kleinen polyedrischen Stücken. Bildet in höheren Regionen gleichmäßige Schutthänge, pyramidenförmige Berge, in niedrigeren Bereichen runde Kuppen mit starkem Schuttmantel und dichtem Waldbestand; Hochries, Riesenberg, Kranzhorn, Klausenberg, unterhalb der Zellerwand, Zinnkopf, Sulten, Blöcke der Steinling Alm, Gipfel der Hochplatte, Geigelstein, Hochfelln, Dürrnbachhorn und Sonntagshorn.

Buntsandstein: Buntsandstein: Vor allem in roten Tönungen, z. B. am Sockel des Hochfelln, gut sichtbar, gelegentlich in ausgeschwemmten Rinnen hangseits neben Forststraßen; am Hochgimpling (südlich vom Dürrnbachhorn).

Kössener Schichten: Kössener Schichten: Wechsellagernd Mergel mit Kalken. Die Mergel sind dunkelgrau bis schiefrig, feinblättrig und fossilreich. Die Kalke sind dunkel, dicht und gut gebankt.
Fundorte: Bei der Kohlstatt. Besonders schöne Korallenversteinerungen am Ziehweg vom Grießenbach bei Rottau. Versteinerungen dieser Schichten z. B. im Gebiet der Klausenalm und des Predigtstuhls. Zwischengeschichtet am Sonntagshorn. Oberrät-Riffkalk: Sehr widerstandsfähig. Bildet als Härtling in der Landschaft charakteristische schroffe Wände und Zacken.
Fundorte: Ostgrat des Heuraffelkopfs, Aschenthaler Wände. Spitzstein, Aschenthaler Wände, Wasserwand, Kundl und Backofen am Heuberg, Südwände der Steinplatte bei Waidring.

2 JURA

Lias: Sehr verschieden: rot- oder gelbbraune Muschelkalke; grauer, sehr harter Crinoidenkalk, Fleckenmergel und Fleckenkalke.
Fundorte: Lochgraben bei Aufham, Sameralpe.
Dogger: Rot- und weißgesprenkelte Crinoidenkalke.
Fundorte: Besonders schön und mit vielen Versteinerungen am Laubenstein.
Aptychenschichten oder Malm: Weiße, rote, graue und grünliche Kalke und Kalkmergel von faseriger Beschaffenheit mit zahlreichen Einschlüssen von Hornsteinen.
Fundorte: Im Priental bei Bach, Schoßrinn.
Dogger: Außerordentlich fossilreich, z. B. am Laubenstein, Zellerwand, auch an der Höllwand im Heuberggebiet, Feichteck.
Jurakalke: Am Heuberg, Hochalpenkopf südöstlich der Kampenwand.
Raibler Rauhwacke: Ein löcheriger Kalkstein der Raibler. Schichten: Engelstein am Hochgern.

3 KREIDE

Neokom: Neokom: Dunkelgefleckte, gelbliche und graue Kalke mit Hornsteineinschlüssen, charakteristisch die sogenannten Rostflecken.
Fundorte: Osten von Schlechtenberg und am Zellgraben.
Cenoman: Konglomeratische Breccie, gelblich-graue und grüne Sandsteine, graue bis schwärzliche Mergel. Die Konglomerate enthalten Gesteine mit durchweg ortsfremder Charakter-Herkunft; nicht mit Sicherheit nachweisbar; wahrscheinlich von den vindelizischen Alpen. Die Eisenflözer am Kressenberg und bei Eisenärzt und der sogenannte Granitmarmor bei Neubeuern sind »Obere Kreide«.
Fundorte: Miesenau, dann zwischen Maureralm und Gedereralm, Schmidalm; dort wurden gefunden:
Gangquarz, Hornstein, Quarzit, Quarzporphyr, Roter Sandstein.

Dunkelgefleckte, gelbliche und graue Kalke mit Hornsteineinschlüssen, charakteristisch die sogenannten Rostflecken.
Fundorte: Osten von Schlechtenberg und am Zellgraben.
Cenoman: Konglomeratische Breccie, gelblich-graue und grüne Sandsteine, graue bis schwärzliche Mergel. Die Konglomerate enthalten Gesteine mit durchweg ortsfremder Charakter-Herkunft; nicht mit Sicherheit nachweisbar; wahrscheinlich von den vindelizischen Alpen. Die Eisenflözer am Kressenberg und bei Eisenärzt und der sogenannte Granitmarmor bei Neubeuern sind »Obere Kreide«.
Fundorte: Miesenau, dann zwischen Maureralm und Gedereralm, Schmidalm; dort wurden gefunden:
Gangquarz, Hornstein, Quarzhit, Quarzporphyr, Roter Sandstein.

4 TERITÄR

Flysch: Flysch: Stark tonige, graue Mergel; sehr harte quarzige Sandsteine, die mit dunkelgrünem Glauconit gemischt sind; breccienähnliche Konglomerate.
Fundorte: Bei Frasdorf und südlich von Bernau ein schmaler Streifen.
Molasse: Vorwiegend Sandsteine, Konglomerate und Mergel.
Fundorte: Von der Einöde Wiesen zum Abendmahl; am rechten Prienufer unterhalb Dösdorf. Zwischen Bernau, Umrathshausen und Prien.
Gliederung der Molasse in:
1. Alttertiär: Eozän und Oligozän
2. Jungtertiär: Miozän (Flinz)
In der Nähe der Soleleitung bei Stötten wurde in der Molasse ein Versuchsstollen auf Kohlen gegraben; er war aber nicht abbaufähig.

5 QUARTÄR

Diluvium: Eiszeit, Gletscherschliffe bei Außerwald: westlich der Huberalm in 1280 m Höhe. Typisch: Moränen bei Bach, Vorder- und Hintergschwendt. Moränenschutt: Klausgraben, Lochgraben-Ziehweg zur Miesenau, sogar am Reitweg auf die Kampenwand größere Gneisblöcke, vom Inngletscher herausgetragen.

Man sieht überall: Ein Berg der Chiemgauer Alpen besteht selten aus ein- und demselben Gestein. Auf den Höhen des Sonntagshorn zeigt sich als eindringliches Beispiel eine äußerst komplizierte Schichtenbildung, in der Kössener Schichten, Dachstein und Wettersteinkalk übereinander auftreten. Auch der Staufenzug demonstriert die Vielfalt. Er zeigt Hauptdolomit, Wettersteinkalk, aber auch Raiblerschichten.

 

Geologische Beschreibungen

Amerang

Amerang liegt in der eiszeitlichen Moränenlandschaft nord-westlich des Chiemsees, Landschaftsschutzgebiete mit Ameranger See und Zillhamer See sind herausragende Merkmale.
Aschau/Sachrang Aschau/Sachrang umfasst nahezu die Hälfte des Prientales. Markant die Dolomitfelsen der Kampenwand. Geologische Besonderheiten stellen die Gletscherschliffe und die Karstgebiete Laubenstein /Spielberg (Trockenfall der Prien) dar. Teils ursprünglich, teils von Menschenhand gebändigt, schlängelt sich die Prien von Ihrem Ursprung südlich von Sachrang nach Norden.
Bad Endorf


Bad Endorf bildet die westliche Eingangspforte zum Chiemgau mit dem Simssee und der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte. Die Landschaft ist charakterisiert durch die sanften Wellen der eiszeitlichen Moränen. Ein Geschenk der Natur aus erdgeschichtlichen Zeiten ist die Jod-Thermalsole-Quelle, die heute zahlreiche Genesungssuchende ins Heilbad zieht.
Bernau am Chiemsee
Bernau liegt am Fuß einer früheren Seeinsel am Südufer des Chiemsees und an den Ausläufern der Kampenwand -zwischen Priental und Achental. Eine geologische Besonderheit stellt die Bernauer Senke dar, die durch Auffaltung den Hitzelsberg entstehen ließ. Der Kirchberg und der Nordhang des Hitzelsberges bestehen aus Sandstein, an den vorzeitliche Molasse grenzt. Im Süden, im Bereich der Chiemgauer Alpen, herrschen Dolomit und Rätkalkstein vor.
Breitbrunn am Chiemsee
Breitbrunn erhebt sich am nordwestlichen Ufer des Chiemsees am Südrand der Moränenwelle, die sich bis zur Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte ausdehnt. Die exponierte Lage erlaubt einen phantastischen Blick über den Chiemsee in die Chiemgauer Alpen.
Chieming Am Ostufer des Chiemsees liegt Chieming. In einer nach Osten weit geschwungenen Bucht finden sich die längsten zusammenhängenden Kies- und Sandstrände des Chiemsees. Eglsee mit Flachwasser und breiter Verlandungszone.
Eggstätt


Nordwestlich des Chiemsees liegt die seenreichste Landschaft Bayerns, die „Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte", das älteste Naturschutzgebiet Bayerns (1939 ausgewiesen). Hier stießen Chiemsee- und Inngletscher zusammen. Durch das Geschiebe der riesigen Gletscherzungen bildeten sich Senken, Hügel und Kränze aus Gesteinsschutt. Große Eisklötze brachen ab, wurden vom Moränengeröll überdeckt (kühl vergraben) und konserviert. Nach der Eisschmelze füllten sich die Hohlräume mit Wasser und so entstanden die heutigen Seen, insgesamt 17. Die größten sind Hartsee, Langbürgner See und der Pelhamer See.
Frasdorf

Frasdorf liegt eingebettet zwischen den Ausläufern der Chiemgauer Alpen und den eiszeitlichen Moränen, durch die sich die Prien in vielen Mäandern zwängt. Die Silhouette Frasdorfs wird geprägt vom Aschauer Kopf im Südosten, Hochries im Süden und Samerberg im Südwesten.
Frauen-/
Herrenchiemsee
Zusammen mit der Krautinsel bilden Herren- und Frauenchiemsee das „Inseltrio" im Chiemsee. Geologisch gesehen sind sie über den Seespiegel herausragende Molasserücken.
Grabenstätt



Lag noch im vorigen Jahrhundert an einer Bucht am südöstlichen Ufer des Chiemsees. Durch die Seeabsenkung um 1904 verlandete die Bucht zum Grabenstätter Moos. Heute liegt das nächstgelegene Chiemseeufer, die Hirschauer Bucht etwa 2 km vom Ortsbereich Grabenstätt entfernt. Der zwischenliegende ca. 1250 ha große Bereich des Grabenstätter Mooses bis hinüber zum Mündungsgebiet der Tiroler Achen ist jetzt ein Naturschutzgebiet von europaweiter Bedeutung, das eine Fülle besonderer Pflanzen und Tiere (z. B. die Iris Sibirica, Wachtelkönig etc.) beherbergt. Der östlich von Grabenstätt liegende Tüttensee gilt als einer der wärmsten Seen Oberbayerns.
Grassau/Rottau

Die Ortschaften Grassau und Rottau liegen an der Nordostflanke der Hochplatte. Grassau bildet gleichsam das Tor ins Tal der Tiroler Achen. Besonderheiten - Rottauer Wasserfall, zwischen Rottau und Grassau, oberhalb der Ortschaft Grießenbach.
Gstadt/
Gollenshausen am Chiemsee


Die Ortschaften Gstadt und Gollenshausen mit dem längsten Chiemseeufer, liegen unmittelbar am nordwestlichen Teil des Chiemsees, nach Osten und Südosten ganz seeorientiert. Der See entstand durch Toteisgletscher, davon zeugen die dahinterliegenden Moränenhügel. Ein weiteres Toteisrelikt ist das „Lienzinger Moos" mit einer Größe von ca. 10 qkm.
Halfing
Idyllischer Erholungsort in der sanfthügeligen Moränenlandschaft nordwestlich des Chiemsees, auf halbem Weg zwischen Amerang und Bad Endorf. Prägend die eiszeitlichen kleinen Seen, z. B. Wölkhamer See und die umliegenden Moorlandschaften.
Prien am Chiemsee



Der Kurort Prien liegt am Ufer des als „Inselsee" bezeichneten westlichen Teils des Chiemsees. Nördlich der Marktgemeinde mündet der Fluss „Prien" (keltisch „brig enna" das heißt „die aus den Bergen kommende") in den Chiemsee. Im Schutz der eiszeitlichen Moränen genießt Prien in besonderem Maße ein ausgeglichenes Klima. Die „Siedlung Prien" befindet sich auf einem postglazialen Schwemmkegel, der mit von der Prien aus dem Aschauer Tal transportiertem Material aufgeschüttet wurde. Bei Wildenwart hat sich die Prien tief in Molassegestein eingegraben, in dem man da und dort Haifischzähne und andere fossile Zeugen eines Meeres, das hier vor Jahrmillionen an subtropische Ufer grenzte, fand.
Riedering

Riedering liegt am Simssee, dem zweitgrößten See im Chiemgau. Der See ist wie alle Gewässer in diesem Bereich ein Relikt der gestalterischen Kräfte der Eiszeiten. Eingebettet in die Moränenlandschaft hat der Simssee mit Riedering ein besonders mildes, voralpines Reizklima.
Rimsting



Rimsting liegt am Westufer des Chiemsees, oberhalb der Schafwaschener Bucht. Der im Tertiär entstandene Untergrund besteht aus der sog. Meeresmolasse, das sind Ablagerungen aus dem ehemaligen Meeresbecken. Die eiszeitliche Landformung hat bemerkenswerte Landschaftsbereiche gebildet, z. B. die „Urprien-Rinne", die Oberbayerische Seenplatte, nicht zuletzt das Stammbecken des Chiemsees und des Simssees. Im Rimstinger Gebiet findet sich neben dem Chiemsee noch der Gumpen-, Blah-, Stettner- und Langbürgner See. Die Ratzinger Höhe ist mit 694 m die höchste Erhebung am Chiemsee. Viele tiefeingeschnittene Bachschluchten prägen das Landschaftsbild.
Seebruck- Seeon/Truchtlaching

„Die Drei vom Chiemsee‘...Seebruck am Nord-Ostufer des Chiemsees, Seeon inmitten der Seeoner Seenplatte und Truchtlaching an der Alz, dem einzigen Abfluss des Chiemsees. Landschaftliche und geologische Vielfalt! Typische voralpine, abwechslungsreiche Moränenlandschaft.
Ubersee-Feldwies



Der „Doppelort" liegt westlich des wichtigsten Zuflusses des Chiemsees, der ‚Tiroler Achen", am Südostufer des Sees. Dreieckförmig öffnet sich das Tal der Achen zum Chiemsee hin. Hier prägte eine der mächtigsten Gletscherzungen der Eiszeit die Landschaft. Flankierend erheben sich im Südosten der Osterbuchberg, im Südwesten der Westerbuchberg. Eine Besonderheit stellt der „Westerbuchberger Flins" dar.

 

 

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Stand: 26. September 2002