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Maikäfer Schädling: Der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) ist
dunkelbraun, behaart, 20-30 mm lang und besitzt einen flachen Fortsatz (Pygidium)
am Hinterende. Die Flügeldecken sind braun und das Halsschild schwarz bis
braun. Zu beiden Seiten am Hinterleib, am Übergang zu den Flügeldecken,
befinden sich eine Reihe von weißen Flecken. Mit ihrer rotbraunen Farbe heben
sich die Fühler und Beine deutlich vom restlichen Körper ab. Systematisch zählt
der Maikäfer und seine verwandten Arten zu den Blatthornkäfern (Scarabaeidae).
Die Larven aller Blatthornkäfer werden Engerlinge genannt, also nicht nur die
des Maikäfers. Sie sind meist weißlichgelb gefärbt, besitzen eine stark verhärtete
Kopfkapsel, gut entwickelte, in der Regel rechte lange Brustbeine und einen am
Ende verdickten Hinterleib bei einer häufig gekrümmten Grundhaltung.
Ausgewachsen sind die Larven beim Maikäfer etwa 5 cm lang. An der Seite
befinden sich meist recht deutlich eine Reihe kleiner Öffnungen (Stigmen). Namensgebung: Die wissenschaftliche Familienbezeichnung "Blatthornkäfer" bezieht sich auf die Gestalt der Fühler, deren letzte Glieder blattförmig verbreiterte Lamellen aufweisen. Beim Maikäfer (Gattung Melolontha) lassen sich hier übrigens auch die Geschlechter sicher trennen (die Weibchen haben 6 kürzere, die Männchen 7 längere Fühlerblätter). Die Hauptflugzeiten der einzelnen Käfer dienten als Namensgeber für Maikäfer oder auch Junikäfer. Engerling als Begriff leitet sich vom mittel- und althochdeutschen enger(l)inc bzw. engiring ab, das als Bezeichnung für einen kleinen Wurm, Made oder Finne steht. Wirtspflanzen und Schaden: Der Schaden der Käfer und Engerlinge ist je nach Art unterschiedlich. So kann der Maikäfer beim Reifungsfraß im Frühjahr im Extremfall Steinobstbäume entlauben und somit massive Schäden hervorrufen. Die weitaus größte Schädigung geht bei den meisten Arten jedoch von den im Boden lebenden Engerlingen und deren Wurzelfraß aus. Schäden bis zum Totalausfall werden hier in Obstanlagen, im Weinbau, in Baumschulen und auch in Rasen (Golfplätze etc.) verzeichnet. Praktisch alle Kulturpflanzen können betroffen sein. Bedeutung: Es existieren Schwellenwerte (Anzahl Engerlinge/m²), bei
deren Überschreitung es zu Schäden kommt. Diese liegen kulturabhängig
zwischen 1-2 (Baumschule, Erdbeeren) und 20-40 Tieren (Magerwiese bis intensiv
genutzte Wiese) und werden durch Probegrabungen ermittelt. Die Generationsdauer
des Maikäfers beträgt 3-5 Jahre, hier kommt es dann zum Auftreten der
"Maikäferjahre". Maikäfer durchlaufen zudem einen typischen
Massenwechsel, sodass es etwa alle 30-45 Jahre zu deutlichen Massenvermehrungen
kommt. Biologie: Exemplarisch soll einführend der Zyklus des Feldmaikäfers
(Melolontha melolontha) vorgestellt werden. Das Ausgraben der erwachsenen
Käfer aus dem Boden erfolgt witterungsabhängig etwa von Anfang April bis Ende
Mai hauptsächlich zur Zeit der Abenddämmerung. Dem folgt ein Anflug in
Richtung der höchsten dunklen Silhouette, wo ein Reifungsfraß stattfindet. Als
Fraßpflanze werden hierbei bevorzugt Laubgehölze (z.B. Eiche, Buche, Haselnuß,
Ahorn, Weide, Obstbäume) angeflogen, selten hingegen auch Lärchen. Dort kommt
es zu ersten Fraßschäden und auch zur Begattung. Die Eiablage erfolgt an den
Herkunftsorten auf Flächen mit hoher Wärmerückstrahlung. Insgesamt sind bis
zu drei Eiablagen mit jeweils 10-30 Eiern möglich. Zur Eientwicklung ist eine höhere
Bodenfeuchtigkeit erforderlich, die Larven (Engerlinge) schlüpfen nach 4-6
Wochen. Zunächst tritt nur ein Fraß an organischem Material (Humus) im Boden
auf, nach der ersten Häutung im August/September zunehmend auch an Wurzeln -
entsprechend setzen hier die ersten Schäden ein. Die Überwinterung erfolgt
frostfrei in tieferen Bodenschichten. Im Sommer des zweiten bis vierten Sommers
(witterungsabhängig) kommt es nach einer 4-6wöchigen Verpuppungszeit in einer
Höhle im Boden zur Ausbildung des Käfers. In dieser Höhle erfolgt auch die Überwinterung,
erst im April/Mai gräbt sich der Käfer aus dem Boden. Eine vergleichbare
Biologie mit einer 4jährigen Entwicklungszeit hat der Waldmaikäfer (Melolontha
hippocastani), der jedoch bevorzugt auf sandigen Böden vorkommt. Einen
Entwicklungszyklus von hingegen nur zwei (bis drei) Jahren hat der Junikäfer (Amphimallon
solstitiale; Flugzeit von Juni bis August) und die Entwicklung vom
Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola; Flugzeitpunkt von Mai bis Juni)
ist sogar in einem oder zwei Jahren abgeschlossen. Die Verpuppung der beiden
letzten Arten erfolgt erst im Frühjahr. Vorbeugung und Bekämpfung: Aus der Biologie des Feldmaikäfers ist
seit den 50er Jahren bekannt, dass dieser seine Eier so gut wie nicht in dichte,
hochgewachsene Bestände und auch nicht in bewuchsfreien Boden ablegt. Auf
dieser Basis kann durch pflanzenbauliche Maßnahmen (Freihalten des Bodens, Wahl
des Pflanztermins etc.) die Eiablagemenge auf ein Mindestmaß reduziert werden.
Eine weitere vorbeugende, allerdings recht kostenintensive Maßnahme ist das
Auslegen von engmaschigen Netzen, wie es z.B. in Baden-Württemberg, in Südtirol
oder auch in der Schweiz bereits großflächig durchgeführt wird. Das Netz
verhindert die Eiablage durch die von außen anfliegenden Weibchen. Dieses
Verfahren basiert auf der Lehrmeinung, dass der Maikäfer vor seiner Eiablage
einen Reifungsfraß durchführen muss. Es hat sich aber mittlerweile gezeigt, dass
auch die unter dem Netz schlüpfenden Käfer fertile, d.h. reife Eier ablegen können.
Über das Ausmaß liegen jedoch unterschiedliche Beobachtungen vor. Die schlüpfenden
Käfer müssen somit zusätzlich noch durch eine Insektizidbehandlung abgetötet
werden. Eine mechanische Bodenbearbeitung liefert vor allem bei Engerlingen im
ersten und zweiten Larvenstadium eine erfolgreiche Bekämpfung; mit zunehmendem
Alter der Larven lässt die Wirkung deutlich nach. Zum Einsatz kommen rotierende
Geräte (z.B. Fräse), wobei hier mehrere Arbeitsgänge quer und längs durchgeführt
werden sollten; auch existieren spezielle Mulchmesser zur Bekämpfung
(Wirkungsgrad selbst unter günstigsten Umständen maximal 50%). In der älteren
Literatur finden sich Hinweise auf wirksame Insektizide gegen den Käfer (Rubitox,
Neem Azal, Decis), wobei der früher gebräuchliche Einsatz von
Bodeninsektiziden gegen die Engerlinge als Streu- oder Gießpräparat (mit den
Wirkstoffen Lindan, Bromophos, Parathion) gegen die Larven im Boden heute aus
Umweltgründen nicht mehr empfohlen wird bzw. auch nicht mehr zugelassen ist. Über
den, auch für den Hobbybereich, zur Zeit geltenden Zulassungsstand (seit Juli
2001 gilt in Deutschland die Indikationszulassung) informieren die
Pflanzenschutzämter. Hinweis: Der Gemeine Rosenkäfer (Cetonia aurata), übrigens
das Insekt des Jahres 2000, zählt ebenfalls zu den Blatthornkäfern (dessen
Larve ist somit auch ein Engerling), jedoch mit dem wesentlichen Unterschied, dass
diese Larven grundsätzlich auf die Zersetzung von abgestorbenen Pflanzenteilen
beschränkt bleiben, somit nicht zu Wurzelschäden führen und auch nicht bekämpft
werden sollten. Diese Engerlinge kommen natürlicherweise im Mulm alter, hohler
Laubbäume vor (Wald). Im Garten sind sie hingegen nur im Kompost anzutreffen.
Über diesen werden Sie auch in den Garten eingeschleppt und lassen so den
Hobbygärtner ein nicht vorhandenes Maikäferproblem vermuten. Die metallisch grün
schimmernden Käfer treten auf den Blüten von Rosen (Namensgebung !), aber auch
an Weißdorn, Holunder, Kirsche und Pflaume auf. Hier kommt es durch den Käfer
zu einem vernachlässigbaren Blütenfraß. |
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werberingreport Stand: 26. September 2002 |