Wasserlebewesen

Achtung! In unseren Trinkwasserleitungen kann sich so manches "Lebewesen" tummeln!

Aquatische Organismen,
die die Trinkwasserqualität beeinträchtigen oder die Aufbereitung stören.

Cyanobakterien

Sie leben im Gewässer und können ggf. Gifte und/oder Geruchs- und Geschmacksstoffe produzieren. Darunter sind viele giftig, gerade unter denjenigen Arten, die in unseren Gewässern dazu neigen, Massenentwicklungen („Wasserblüten“) zu bilden. Kommen ihre Gifte in erhöhten Konzentrationen im Trinkwasser vor, so können sie zu einem Gesundheitsrisiko werden.

Mehr Information finden Sie unter Giftige Cyanobakterien.

Microcystis aeruginosa Anabaena sp. Cylindrospermopsis raciborskii Planktothrix sp.
Microcystis aeruginosa Anabaena sp. Cylindrospermopsis raciborskii

Planktothrix sp.


Planktische Algen

Sie leben im Gewässer, produzieren Geruchs- und Geschmacksstoffe und verstopfen die Filtersysteme der Trinkwasseraufbereitung. 

Die Geruchs- und Geschmacksstoffe, die von den oben gezeigten Algen und von Cyanobakterien produziert werden können, sind nicht gesundheitsschädlich. Sie werden jedoch vom Menschen schon in extrem geringen Konzentrationen wahrgenommen – manche bereits ab einigen Nanogramm pro Liter – d.h. ab 1 Millionstel Gramm. Daher können auch diese Algen die Wasserqualität erheblich beeinträchtigen. Das rasche Zusetzen von Filtern in der Trinkwasseraufbereitung führt nicht zu einer Qualitätsminderung, erhöht aber die Betriebs- und somit ggf. die Wasserkosten. Wirksame Gegenmaßnahmen bestehen darin, die Wachstumsbedingungen für Algen und Cyanobakterien im Gewässer ungünstig zu gestalten und die Gewässereutrophierung zu beherrschen, so dass ihre maximal mögliche Menge begrenzt wird.

Weitere Information finden Sie in:

  • Schreiber H., Westphal B. 2002: Organismen in Trinkwasseranlagen. In: Grohmann: Wasser: Nutzung im Kreislauf, Hygiene, Analyse und Bewertung.  De Gruyter Berlin, 495 – 528

Dynobrion sp.

Fragilaria sp. Asterionella formosa

Synura sp.

Dynobrion sp. Fragilaria sp. Asterionella formosa

Synura sp.


Kleintiere

Sie leben im Grundwasser, können in das Versorgungssystem eingetragen werden und sich dort auf Filtern und im Rohrnetz vermehren. 

„Krebschen“ und „Würmchen“, meist wenige Millimeter lang, sind natürlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaften im Untergrund. Sie leben in den Lücken zwischen den Bodenpartikeln (daher auch „Sandlückenfauna“ genannt), wo sie sich von noch kleineren Tieren und Bakterien ernähren. Durch die Wasserentnahme können sie ins Wasserwerk gespült werden und sich dort auf Filtern ansiedeln, wo sie zur Wasserreinigung beitragen. Diese Kleintiere sind nicht gesundheitsschädlich, und viele sind mit essbaren Kleinkrebsen (z.B. Scampi, Garnelen) verwandt. Allerdings werden sie zum ästhetischen Problem, wenn sie sich im Rohrnetz vermehren und bis zum Verbraucher in die Badewanne oder gar ins Trinkwasserglas gelangen: Viele Menschen empfinden dies als eklig – ein Gegensatz zur o.g. Anforderung, dass Trinkwasser „appetitlich“ sein soll.

Die Bekämpfung der Besiedlung von Rohrnetzen mit Kleintieren ist oft schwierig, da viele Arten ziemlich unempfindlich gegenüber Chlor und anderen Stoffen sind. Manchmal hilft nur die – in der Regel teure – Erneuerung erheblicher Teile des Rohrnetzes so, dass möglichst wenig verwinkelte Bereiche mit geringer Strömung diesen Tieren einen Lebensraum bieten.

Im Spannungsfeld zwischen dem Anspruch aller Bürger auf appetitliches und zum Genuss anregendes Trinkwasser einerseits und den manchmal erheblichen Schwierigkeiten der Bekämpfung von Kleintieren hilft das UBA mit Beratung, ggf. auch vor Ort.

Weitere Information finden Sie in:

  • Jüttner F. 2002: Biogene Geruchs- und Geschmacksstoffe. In: Grohmann: Wasser: Nutzung im Kreislauf, Hygiene, Analyse und Bewertung.  De Gruyter Berlin, 460 – 474
  • DVGW-Hinweis W 271

Asellus aquaticus (Wasserassel)

Nyphargus puteanus (Flohkrebs) Haplotaxis gordioides (Brunnendrahtwurm)

Nais commune (Borstenwurm)

Asellus aquaticus (Wasserassel) Nyphargus puteanus (Flohkrebs) Haplotaxis  gordioides (Brunnendrahtwurm)

Nais commune (Borstenwurm)


Weitere ausführliche Informationen erhalten Sie über das Umwelt Bundes Amt  

Mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung vom Umwelt Bundes Amt!

Wasserasseln im Rohrnetz

 

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