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Was ist Kino?
Viele waren schon einmal im Kino und freuen sich schon
auf den nächsten großen Film. Und es ist ja eigentlich ganz einfach. Man
geht an die Kinokasse, kauft sich eine Eintrittskarte vielleicht noch
etwas Süßigkeiten und ein Getränk dazu, vor allen Dingen darf natürlich
Popcorn nicht fehlen. Was wäre Kino ohne Popcorn? Es klingt alles so
einfach, man sitzt sich in den Kinosaal und schaut auf die großen Bilder
auf der Leinwand. Und nach dem Film geht man wieder nach Hause und
erinnert sich an das eben erlebte oder auch nicht.
Wie funktioniert das?
Um Kino zu machen ist natürlich erst einmal ein großer
Raum notwendig der als Kinosaal dient. Ein dazugehöriger Vorführraum für
die gesamte Technik, ein Foyer zum Aufenthalt der wartenden Gäste und
eine Theke für die Süßwaren und Getränke sowie für den Kartenverkauf.
Dies sind die baulichen Voraussetzungen welche ein Kino haben muss. Zu den
technischen Voraussetzungen gehören ein Filmprojektor, eine Tonanlage
diverse Lichtanlagen, eine Filmumspulanlage, ein Spulenturm oder
Telleranlage auf dem der Film liegt und diverse Filmspulen auf denen der
Film aufgespult wird. Natürlich eine Leinwand und Kinosessel, und
gegebenenfalls einen Vorhang.
Was ist Film?
Der Film besteht aus einem Polyester Band mit 35 mm
breite und ca. 3000 m Länge bei einer normalen Spielfilmlänge.
Aufeinandergereiht liegende Bilder von 19 mm Höhe ergeben eine
fortlaufende Bewegung. Daher die Bezeichnung: „Bewegte Bilder“.
Um für das menschliche Auge eine fließende Bewegung zu erreichen,
müssen in einer Sekunde 24 Bilder durch den Projektor laufen. Der Film
wird in Rollen von je ca. 600 Metern in einer Kiste, ca.30 Kilo schwer,
angeliefert. Das heißt, bei einer normalen Spielfilmlänge von ca. 3000
Meter fallen 5 Rollen an, bei uns heißen diese Akte, welche bei Kinos mit
nur einem Filmprojektor aneinandergereiht werden müssen und somit zu
einer großen Rolle von ca. 1 Meter Durchmesser anwachsen. Da viele Kinos
noch die alte Methode des Vorführens bestreiten, benötigen diese zwei
Projektoren auf denen jeweils ein Akt vorgeführt wird. Dabei muss man natürlich
von einem Akt, also von einem Projektor zum anderen Projektor überblenden
um einen reibungslosen Übergang ohne Pause zu erreichen. Modernere
Filmtheater arbeiten nicht mit Spulentürmen, also mit den großen Rollen,
sondern mit Filmtellern. Auf diesen wird der Film liegend aufgerollt und
aneinander geklebt. Eigentlich wie beim Spulenturm nur eben liegend. Auch
das Vorprogramm wie Werbefilme, Vorschau der nächsten Filme oder wie früher
Kulturfilm und Wochenschauen müssen vor dem Hauptfilm aneinander geklebt
werden. Das bedeutet natürlich immer sehr viel Arbeit für den Filmvorführer
bevor der Film überhaupt gezeigt werden kann. Natürlich muss der Film
nach Beenden wieder in seine Akte zerlegt werden und in der Kiste verpackt
an den Verleih zurück gesendet werden, da jede Kopie, so nennt man den
Film den die Filmtheater erhalten, nur eine Leihgabe des Filmverleihs ist.
Was ist Technik?
Um einen 35mm Film vorzuführen reicht ein normaler
Filmprojektor natürlich nicht aus und Video-Band ist nicht. Man benötigt
dazu schon einen großen Projektor mit der dementsprechenden
Lichtleistung, da ja das Bild auf eine große Leinwand projeziert werden
soll. Bei einer Entfernung von 14 Metern vom Projektor zur Leinwand und
einer Leinwandgröße von 6x3 Metern (18m²) benötigt man schon 1000 Watt
um ein gutes Bild mit tollen Farben zu erhalten. Je größer der Abstand
zur Leinwand und je größer die Leinwand um so mehr Lichtleistung sind
von Nöten. So ein Projektor ist schon ca. 1 ½
bis 2 Meter groß und ebenso lang und wiegt schon seine 4 Zentner.
Auch der Spulenturm oder der Teller hat im Umfang seine1 ½ Meter und ist
dementsprechend groß. Immerhin muss der Film von einer Spule abgespult
werden und gleichzeitig auf einer Anderen aufgespult werden. Auch ein
Filmumspuler ist von Nöten. Um das Vorprogramm zu Schneiden, d. h. an den
Hauptfilm anzubringen oder zusammenzusetzen benötigt man einen
Umspuler mit zwei Spuleneinrichtungen. Nun zu einem sehr wichtigen
technischen Detail. Der Ton. Der Ton ist heute wichtiger denn je. Früher
in der sogenannten Stummfilmzeit hatte man einen sogenannten
Klavierspieler im Kinosaal sitzen welcher den Film stimmungsvoll
untermalte. Später kam der Mono-Ton dazu und heute ist Dolby Digital
Surround oder gar THX gerade
gut genug. Beim Mono-Ton war ein Lautsprecher hinter der Leinwand meist
schon ausreichend. Aber mit den heutigen Surround-Anlagen benötigt man für
die sogenannten Effektkanäle seitlich und hinten im Kinosaal sowie auch
hinter der Leinwand Lautsprecher oder zusätzlich Subwoofer welche die
Effekte erst so richtig zur Geltung bringen. Aus jedem Lautsprecher kommt
der eigens dafür gedachte Ton. Ist schon eine tolle Erfindung. Fast wie
in der Wirklichkeit. Leider sind solche Anlagen sehr teuer und deshalb
kann sich nicht jedes Kino solche tollen Ton-Effekte leisten. Damit dieser
Ton überhaupt zu hören ist, muss dieser natürlich auch irgendwo
gespeichert sein. Und da gibt es zwei Möglichkeiten. Der Film hat neben
seinen Bildern auch eine oder mehrere Ton-Spuren. Die althergebrachte
Lichttonspur und die moderne Digitalspur. Aber auch die CD welche parallel
zum Film in einem CD-Player den Ton angibt und von einer zusätzlichen
Spur auf dem Film gesteuert wird.
Was ist Filmverleih?
Wir machen den Film nicht und wir können ihn auch
nicht kaufen. Wir leihen den Film aus. Es gibt Leute die produzieren
Filme. Die sind meist in Hollywood, zumindest wenn es den amerikanischen
Film betrifft. Dann gibt es Leute die den Film verleihen. Das sind dann
die Filmverleiher. Davon haben wir in Deutschland zur Zeit über 20 Stück.
Diese sichern sich die Rechte zur Auswertung von den Produzenten und
verleihen den Film an die Filmtheater. Dazu werden von jedem Film
(Originalkopie) Kopien gezogen, je nach zu erwartenden Erfolg zwischen 200
und 1000 Stück, und an die Filmtheater zu einem Prozentsatz von zwischen
40 und 60 Prozent verliehen. Je früher man als Kinobetreiber den Film
einsetzen kann oder darf desto höher sind die Leihmieten. Also von ihrem
gezahlten Eintrittspreis bekommt ca. die Hälfte der Filmverleih. Dieser
rechnet abschließend mit dem Produzenten ab. Leider klappt es mit der
Belieferung von Filmen nicht immer so wie so mancher Kinobetreiber gerne hätte.
Während die großen Kinos welche meist in Grosstädten zu finden sind mit
der Belieferung keine Probleme haben, da sie jeden Film sofort mit
Bundesstart erhalten, müssen die Kleinen leider Geduld aufbringen und
warten bis Kopien aus der begrenzten Anzahl frei werden. Das ist natürlich
für die kleinen Filmtheater auf dem Lande eine große Schwierigkeit, da
die Filminteressierten bis dahin den Film bereits in der großen Stadt
gesehen haben.
Nun haben sie einen kleinen Einblick in das große
Kinogeschehen erhalten und wissen wie leicht oder auch nicht Kino zu
machen ist. Auf dem Lande gehört jedenfalls großer Enthusiasmus dazu
noch Kino zu machen. Wir wünschen jedoch auch weiterhin viel Freude und
Spaß an den „Bewegten Bildern“ im Kino, mit Popcorn und einem Becher
Cola. So war es schon bei James Dean, uns so wird es auch in Zukunft sein.
Also bis bald im Kino!
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