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Aufnahmen ohne Negativ

Neuer Horizont: Die Sony 24p Digi-Cam ist im
Profibereich bereits im Einsatz
Die momentan gebräuchlichen Digitalkameras sind hoch
auflösende Camcorder, die, statt Filmmaterial zu belichten, auf Videoband
aufzeichnen. Die Zukunft gehört DVDs oder anderen digitalen Speichermedien.
Die Bildqualität einer Sony/Panavision-24p-Kamera liegt bei
2 Mio. Pixel. Das ist die vierfache TV-Bildauflösung. Die Auflösung eines
traditionellen 35mm-Filmkaders entspricht zwar 9 bis 12 Mio. Pixel, trotzdem
ist der Unterschied für den Laien heute schon kaum erkennbar.
Eine gute Hand voll Realfilme wird derzeit total digital
produziert. Bei Animationsfilmen triumphiert die Digi-Technik seit "Toy
Story" (1995) |
In Zukunft werden keine Filme mehr gedreht.
Sie werden aufgenommen -„captured", wie es in Hollywood schon
heißt. Im digitalen Kinozeitalter werden in den Kameras keine Filmspulen
mehr rotieren - und die Schauspieler werden nicht mehr spielen. Sie lassen
Körper und Gesicht einscannen und legen sich dann an den Pool, der sich
stetig mit Tantiemen füllt, während die Computertechniker am Monitor die
digitalisierten Darsteller nach Belieben durch jede Handlung führen. Die
Stars strahlen heller und länger, denn ihr ärgster Feind, das Alter, ist
besiegt. Die Regisseure haben ihren Kampf gegen die bisweilen störende
Wirklichkeit gewonnen und können alles im Studio aufnehmen. Sie müssen
nicht mehr tagelang auf Filmmuster warten, sondern sehen das Ergebnis
Sekunden später. Der digitale Schnitt ist endlich das reine Vergnügen.
Ist der Film dann fertig, kommt er per Satellit direkt ins Kino - ohne
Qualitätsverlust durch kopieren. Das gepixelte Bild auf der Leinwand ist
auch Wochen nach dem Start so brillant wie am ersten Tag. Zeitgleich sehen
Zuschauer in aller Welt Hollywoods neueste Hits. Auch für jene, die
europäische Filme mögen, stellen die Kinos schnell und günstig perfekte
Programme zusammen. Jeder ist glücklich. „Die Zukunft des Kinos ist
digital“, sagt Christian Leonhardt von der deutschen Firma Das Werk, die
auf die neue Technologie setzt. Während diese in der Postproduktion
bereits unverzichtbar ist, gibt es weltweit nur 33 digitale Kinos. Grund:
Die hohen Umrüstungskosten und die noch nicht ausgereifte Projektion.
Doch schon für 2005 prognostiziert eine US-Studie den Durchbruch: Dann
sollen Digitalkinos in den USA ein Viertel aller Einnahmen erzielen.
Dafür werden die Stars aber wohl noch ihren wirklichen Kopf hinhalten
müssen. Vorerst zumindest... |
Datenspeicher statt Filmrollen

Digitalprojektor der ersten Generation: das
DLP-GErät von Texas Instruments. bisher wurden damit 22 Titel
vorgeführt.
Auf dem Markt ist derzeit ein digitaler Projektor von
Texas Instruments, andere Medien- und Elektronikkonzerne arbeiten an
konkurrierenden Systemen.
Die Auflösungsleistung des DLP (Digital Light Processing)
-Projektors erreicht 1,3 Mio Pixel. Sony und Kodak entwickeln mit JVC ein
Gerät mit 3 Mio. Pixel.
Die Digitale Projektion wird sich schneller durchsetzen
als die digitale Produktion, denn Herstellung und Vernichtung von
Filmkopien (bei Großstarts 3000 Kopien in den USA, 1000 in Deutschland)
sind extrem teuer.
Drei Digitale Kinos gibt es bisher in Deutschland, 15 in
Nordamerika und 33 weltweit. 4700 Leinwände existieren in Deutschland,
38000 in den USA und bis zu 125000 in aller Welt. US-Prognosen gehen davon
aus, dass 2006 ein Drittel aller US-Kinos umgerüstet sein wird. Diese
sollten jährlich 3,6 Mrd. Dollar einspielen.
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