Wastl
Fanderl Wastl Fanderl wurde nicht erst ab
1963, als er mit seiner Frau und den drei Töchtern Monika, Lieserl und
Regina in das alte Martl-Anwesen in Stelzenberg einzog, ein Frasdorfer.
Ein halber war er schon von Geburt an - seine Mutter Anna war eine
Frasdorferin. Anna Voggenauer, wie sie mit Geburtsnamen hieß, wurde 1872
als Tochter des Johann Georg und der Anna Maria Voggenauer, Wirtsleute in
Frasdorf (heutiger Gasthof Hochries der Fam. Mayrl), geboren. Johann Georg
Voggenauer war ein Schwaigersohn von Niesberg (geb. 1845), der 1869 die
Gastwirtswitwe Anna Maria Eisenrichter, geb. Schlosser, heiratete und Wirt
in Frasdorf wurde. Die Anna Maria stammte von Oberprienmühle (“Schlossermüllner“),
wo sie 1840 auf die Welt kam. 1864 hatte sie den Gastwirt Alois
Eisenrichter geheiratet, der aber schon 5 Jahre später 47-jährig starb.
Die Anna, die Mutter des Wastl Fanderl, heiratete 1898 den aus der
Oberpfalz stammenden Bader Joseph Fanderl in Bergen. 17 Jahre später, am
24. Juni 1915, kam Wastl als 5. Kind und Nachzügler auf die Welt. Liesl
Fanderl wurde am 2. Februar 1922 in Leogang als Tochter des bayerischen
Försters Thomas Mayer und seiner Frau Anna geboren. Am 24. Februar 1945
heirateten die beiden in St. Anton bei Partenkirchen, wo Wastl stationiert
war.
Als "Badersohn aus Bergen" (1915 bis 1991 -
er selbst hat auch eine Bader- und Friseurlehre abgeschlossen), kommend
zog Wastl Fanderl 1963 nach Frasdorf, wo er sich den "Martlhof"
in Stelzenberg kaufte. Das von Fanderl gekaufte Bauernhaus - Vorbesitzer
war die Familie Enzinger - wurde nach den Nachforschungen des Pfarrherrn
bereits im Jahr 1662 das erste Mal urkundlich erwähnt und gehörte damals
einem Georg Zottner. Über zehn Generationen wuchsen inzwischen auf diesem
schön gelegenen Hof heran. Mit dem Zuzug von Fanderl ist der Chiemgau ein
Mittelpunkt der Volkslied- und Volkstumspflege geworden, nachdem bereits
mit Frau Anette Thoma weitere namhafte Vertreter der bayerischen
Volkskunst im schönen Chiemgau eine Heimat gefunden hätten.
Immer mit frischen Blumen bedeckt ist die seit 1991
letzte Ruhestätte von Wastl Fanderl am Frasdorfer Friedhof. Seine Frau
Liesl folgte ihm 1999 nach. |


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